Queere Jugendlichejung. queer. glücklich?!

Seite 5: Panel 3: Queer mit Migrationsgeschichte

Wie umgehen mit Mehrfachdiskriminierung? Was tun gegen rassistische Strömungen innerhalb der LGBT*IQ-Community? Und welchen besonderen Schutz brauchen junge queere Geflüchtete? Gleich mehrere ganz aktuelle Themen wurden in diesem Panel unter der Moderation von Beate Walter-Rosenheimer MdB diskutiert. Wanja Kilber vom Verein „Quarteera“ berichtete von der Aufklärungsarbeit seines Vereins, der vor allem in die russischsprachige Gemeinde hineinwirkt und den Zugang über die russische Sprache sucht. Seine Empfehlung: Aufklärung in der jeweiligen Landessprache. Auch Gema Rodríguez Díaz vom Verein „rubicon“ plädierte für eine Sensibilisierungsarbeit der Selbstorganisationen von Migrant*innen. Dort müssten die jeweiligen Peers angesprochen werden, die wiederum andere beeinflussen könnten. Zudem forderte sie Anti-Diskriminierungsbildung in alle staatlichen Curricula aufzunehmen.

Zum derzeit besonders brisanten Thema Asylpolitik wurden folgende Punkte, die für Geflüchtete LGBT*IQ hilfreich und wichtig sind identifiziert und zusammengefasst:

Verfolgung auf Grund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität ist ein Asylgrund. Vielen Geflüchteten ist dies aber bei ihrer Ankunft nicht bewusst. Hier brauche es, so Frank Hoyer vom Arbeiter-Samariter-Bund NRW, gut geschulte Berater*innen im Asylverfahren. Ebenso hätten Sprachmittler*innen eine besondere Verantwortung.

Viele Diskutierende teilten die Meinung, manchmal würde es schon helfen, wenn Mitarbeiter*innen im Asylverfahren sich durch einen Sticker oder einen kleinen Hinweis als „LSBT*IQ -friendly“ zu erkennen geben. Gerade jungen, queeren Geflüchteten könnte das die Angst nehmen.

Aus dem Panel wurde die Forderung an die Politik adressiert, dass die besondere Schutzbedürftigkeit von jungen LSBT*IQ -Menschen mit Fluchtgeschichte überall eine Rolle spielen müsse, speziell in Fragen der Unterbringung. Zudem sollte geklärt werden, wie viele Menschen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität Asyl suchen in Deutschland.

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