Klimakrise in der ArktisDie Arktis kämpft ums Überleben

Kalbender Gletscher
Die Arktis kollabiert. Schuld daran sind die globale Erhitzung und die verfehlte Klimapolitik der Staatengemeinschaft. Sie erhitzt sich doppelt so schnell wie der globalen Durchschnitt. Auch die arktischen Gletscher schmelzen im Eiltempo.

Die Arktis kollabiert. Schuld daran sind die globale Erhitzung und die verfehlte Klimapolitik der Staatengemeinschaft. Der einstige Klimavorreiter Deutschland wird die eigens gesteckten Klimaschutzziele 2020 meilenweit verfehlen und auch der nationale Klimaschutzplan 2050 ist seinen Namen nicht wert. Eine Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sieht anders aus. Die Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zum Zustand der Arktis zeigen, eine solche Klimapolitik wird die Arktis nicht überleben.

Erschreckende Daten zur Arktis

Die Arktis erhitzt sich doppelt so schnell wie der globalen Durchschnitt. In diesem Winter ist das arktische Meereis sogar zu einem neuen Negativwert zusammengeschrumpft. Älteres, dickes und widerstandsfähiges Eis ist fast komplett verschwunden. Das einst uralte arktische Eis ist heute dünn und fragil.

Auch die arktischen Gletscher schmelzen im Eiltempo. War der Anteil der grönländischen Gletscher am Meeresspiegelanstieg bisher eher gering, so hat sich dieser in kürzester Zeit versechsfacht – Tendenz steil steigend. Mit Auswirkungen für Mensch und Natur auf der ganzen Welt.

Klimakrise schlimmer als erwartet

Durch die Antwort der Bundesregierung wird klar, die Auswirkungen der Klimakrise in der Arktis sind schlimmer als es selbst die ExpertInnen des Weltklimarat in ihren Klimamodellen vorhergesagt haben. Der sogenannte CO2-Rückkopplungseffekt sorgt dafür, dass seit Jahrtausenden gespeicherter Kohlenstoff in eingefrorenen Permafrostböden freigesetzt wird und in unsere Atmosphäre gelangt. Laut Bundesregierung könnte dieser Effekt ein entscheidender Faktor für die weitere globale Erwärmung darstellen; der Weltklimabericht sei in dieser Hinsicht konservativ.

Auch in Deutschland und Mitteleuropa müssen wir wegen des Verlusts des arktischen Eises mit Konsequenzen rechnen. Wetterextreme wie Hitzewellen und Starkregenfälle nehmen aufgrund der Klimaeffekte durch schwindendes Eis in der Arktis bei uns zu.

Keine neuen Ölbohrungen in der Arktis

Am heutigen Donnerstag, 11 Mai 2017, kommt es allerding noch dicker. Nachdem US-Präsident und Klimakrisenleugner Donald Trump letzte Woche per Dekret die von seinem Amtsvorgänger Barack Obama verhängten Einschränkungen für neue Bohrlizenzen in der Arktis überprüfen will, treffen sich die arktischen Anrainerstaaten heute in Fairbanks. Mit dabei: der ehemalige Exxon Mobile Chef und aktuelle US-Außenminister Rex Tillerson und sein Amtskollege aus Russland Sergei Lawrow. Auch Russland hat neue Ölbohrungen in der Arktis angekündigt.

Die Bundesregierung muss sich als offizieller Beobachter der Verhandlungen beim arktischen Rat aktiv für weitgehende arktische Schutzzonen einsetzen und neue Ölbohrungen verhindern. In der Antwort auf unsere Anfrage schiebt die Bundesregierung die Verantwortung auf die Anrainerstaaten. Die neuesten Daten zeigen jedoch, dass die Zukunft der Arktis längst von globaler Verantwortung ist.

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