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WeltklimakonferenzDie Bundeskanzlerin muss zur Klimakonferenz fahren

Ein Eisberg in der Antarktis, der schmilzt und dabei Eiszapfen produziert.

Nächste Woche beginnt die 24. UN-Klimakonferenz in Katowice, Polen. Diverse Klimaberichte der letzten Wochen zeigen: Das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, wenn möglich 1.5 Grad, zu begrenzen, ist noch zu erreichen.

Klimaschutz ist eine internationale Aufgabe

Doch es braucht alle Anstrengungen einer starken internationalen Gemeinschaft und politischen Willen. Gerade in diesen Zeiten ist es ein wichtiges Signal an die anderen Regierungen, wenn auch Deutschland die Klimakrise endlich wieder ernst nimmt.

Berlin - Katowice: 522 km

In einem offenen Brief fordern wir daher die Bundeskanzlerin auf, zur Klimakonferenz nach Katowice zu fahren.

Hier der Text des Briefes an Bundeskanzlerin Merkel:

"Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

im Jahr 2007 haben Sie sich am Ilulissat-Fjord in Grönland ein Bild von den katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise machen können. Damals haben Sie sehr eindrücklich beschrieben, wie fassbar die Klimakrise an diesem Ort wird.

Was damals noch vor allem im hohen Norden erfahrbar war, erleben wir heute ganz konkret bei uns in Deutschland. Sei es im letzten Dürresommer oder an den Gletschern der Alpen.
2007 sagten Sie noch, dass wir „vorangehen müssen, um aufzuhalten, was die Menschheit zur Erderwärmung beiträgt“. Und dass „vor uns für die Bekämpfung des Klimawandels sehr entscheidende Jahre liegen“.

Es waren Bilder vom Fjord und Äußerungen wie diese, die den Mythos der Klimakanzlerin begründeten. Sie ließen ihn fortbestehen, auch wenn Ihre reale Politik alle damit verbundenen Hoffnungen schnell erstickte.
Die entscheidenden Jahre für den Klimaschutz ließen Sie verstreichen.

Die Folge: Im Bereich Landwirtschaft werden nicht weniger Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre geblasen, im Verkehr sogar mehr als 1990. Während andere Länder um uns herum – die Niederlande, Schweden, Frankreich und Großbritannien – Klimaschutzgesetze einführten oder Klimaschutz in die Verfassung aufnahmen, hat Ihre Regierung klimaschützende Regelungen mit großer Zuverlässigkeit abgewürgt, ob national oder auf EU-Ebene.

Im Dezember schaut die Welt auf Katowice. Und sie schaut auf Deutschland, das noch immer und trotz allem als Schrittmacher für eine klimafreundlichere Zukunft wahrgenommen wird. Wir sollten, nein wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass wir diesen Ruf nicht endgültig verlieren. Nicht wegen unseres Rufs, sondern weil der Klimaschutz und ein sozial abgefederter ökologischer Umbau Antreiber wie Deutschland dringend benötigen.

Wir appellieren an Sie: Stellen Sie sich Ihrer Verantwortung. Fahren Sie nach Katowice.

Die Fragen, die in Katowice auf der Tagesordnung stehen, sind auch für Deutschland existenziell. Wie kann die ökologische Modernisierung eine echte ökonomische Chance sein? Wie können wir den Strukturwandel, den diese Modernisierung aber auch bedeutet, gerecht gestalten und den Menschen, die um ihre Arbeitsplätze fürchten, zufriedenstellende Antworten geben?

Es sind Fragen wie diese, um die nicht zuletzt in der von Ihnen eingesetzten Kohle-Kommission gerungen wird. Schon allein darum ist Ihre Anwesenheit auf der Klimakonferenz in Katowice so notwendig.
Der Klimaschutz steht am Scheideweg. Spätestens der Sonderbericht des Weltklimarats zum 1.5 Grad-Ziel hat deutlich gemacht, dass wir beim Klimaschutz keine einzige Minute mehr verlieren dürfen.

Das ist kein Pathos. Das sind die Fakten. Nutzen Sie die Gelegenheit und fahren Sie zur Klimakonferenz."

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