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KlimaschutzKlimakiller CO2 schwächt den Golfstrom

Am 2. Juni 2016 wird in Simbach am Inn das Ausmaß der Flutkatastrophe deutlich.
Was bislang nur Modelle vermuten ließen, bestätigt sich nun auch in Messdaten. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass sich der Golfstrom seit Mitte des 20. Jahrhunderts um etwa 15 Prozent verlangsamt hat. Wenn der Golfstrom weiter erlahmt, müssen wir mit mehr Extremwetter in Europa rechnen.

Beim Golfstrom handelt es sich um eine globale Umwälzpumpe, die sich in Form eines riesigen Strömungssystems über den gesamten Atlantik erstreckt. Er ist dabei unter anderem maßgeblich für unser Klima in Europa verantwortlich, indem er gewaltige Mengen warmen Wassers vom Süden nach Norden pumpt. Die Klimakrise bedroht auch den Golfstrom, denn CO2-Ausstoß und in der Folge steigende Temperaturen bremsen den Antrieb dieser Pumpe. Dass diese gewaltige Pumpe tatsächlich erlahmt, konnte nun erstmals anhand konkreter Messdaten belegt werden. Das zeigt eine aktuelle Studie des Potsdam Institutes für Klimafolgenforschung (PIK).

Mehr Stürme und ein Anstieg des Meeresspiegels

Ein Ausfall oder eine Schwächung dieses Systems hätte erhebliche Auswirkungen auf unser Klima in Deutschland und Europa und würde die Klimakrise weiter verschärfen. Die konkreten Auswirkungen eines Ausfalls der Umwälzpumpe Golfstrom sind derzeit Gegenstand aktueller Forschung. Studien erwarten bislang eine stärkere Sturmaktivität in Mitteleuropa oder auch einen verstärkten Anstieg des Meeresspiegels. Klar ist, je mehr CO2 wir in die Atmosphäre blasen, umso stärker kommt unser Klima unter Druck. Entweder direkt durch steigende Temperaturen oder indirekt durch den Ausfall oder die Änderung globaler Meeresströmungen.

Klimaziele und Kohleausstieg haben oberste Priorität

Es ist paradox: Auf der einen Seite vervollständigen immer mehr Puzzleteile das Verständnis zu den Auswirkungen und den Ursachen der Klimakrise, konkrete Messungen bestätigen die Modelle der Klimawissenschaft. Auf der anderen Seite wird das konkrete Handeln immer weiter in die Zukunft geschoben – ein Trauerspiel, das aktuell die Bundesregierung wieder aufführt. Die Realisierung der Klimaziele und der Kohleausstieg werden immer weiter hinausgeschoben. Statt den Ausstieg aus der schmutzigen Kohle unverzüglich anzugehen, wird die Entscheidung auf eine Kommission abgeschoben. Und diese wird zudem noch durch Kompetenzgerangel geschwächt bevor sie überhaupt eingesetzt ist. Statt wirksamen Klimaschutzes leistet die Bundesregierung so der Klimakrise weiter Vorschub und gefährdet damit auch den Golfstrom.

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