KlimakriseFlut kommt häufiger und härter

Ein Auto fährt am 29.06.2017 in Oranienburg (Brandenburg) über eine nach Starkregen völlig überflutete Kreuzung während Fußgänger durch das Wasser waten.
Die Klimakrise hat sich global wie national weiter verschärft. 2017 war das wärmste Jahr seit der regelmäßigen Messungen ab 1881. Es war geprägt von Extremwetterereignissen. Die Wissenschaft warnt aktuell vor mehr Überschwemmungen und Hochwasser durch Extremniederschläge. Die neue Bundesregierung muss jetzt endlich handeln!

Die Flut kommt jetzt häufiger und stärker! Dass die Erderwärmung und die daraus resultierende Klimakrise real ist, zeigt sich heute und auch im vergangen Jahr in vielen Ländern dieser Erde und auch in Deutschland. Extreme Kälte, extreme Trockenheit, außer Kontrolle geratene Waldbrände, Extrem-Niederschläge mit Überschwemmung. Nimmt man dazu die Zahlen, so wird deutlich, dass sich die Klimakrise im Jahr 2017 verschärft hat.

2017 war wohl global gesehen – ohne den El Niño Effekt – das wärmste jemals gemessene Jahr seit Beginn der regelmäßigen Messungen 1881. El Niño ist eine Strömung im Pazifik auf Höhe des Äquators, die üblicherweise für höhere globale Durchschnittstemperaturen sorgt. In der Gesamtbetrachtung ist 2017 nach 2015 und 2016 das drittwärmste jemals gemessene Jahr und zählt damit insgesamt zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der regelmäßigen Messungen 1881.

Klimakrise: Eine Gefahr für uns alle

Das Jahr 2017 bestätigt damit nachdrücklich den langfristigen Trend steigender Temperaturen auf der Erde. Eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung warnt zudem vor dem massiv steigenden Risiko von Überschwemmungen an Flüssen in Deutschland und weltweit, da die globale Erwärmung die Regenfälle vielerorts massiv verändern wird. Allein in Deutschland wird sich in den nächsten Jahrzenten demnach die Anzahl der von Hochwassern betroffenen Menschen von derzeit etwa 100.000 auf rund 700.000 erhöhen.

Mit hohen Temperaturen nehmen Wetterextreme zu

Auch die nationalen Messungen in Deutschland zeigen steigende Temperaturen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lag die Temperatur hierzulande mit 9,6 Grad Celsius im Durchschnitt um 1,4 Grad über dem langjährigen und international gültigen Vergleichswert (1961 bis 1990). Der März und der Oktober 2017 waren national die wärmsten Monate seit 1881. Doch noch entscheidender als die reine Temperaturzunahme ist die Tatsache, dass gleichzeitig auch die Wetterextreme weiter zugenommen haben – global wie national. Der Deutscher Wetterdienst stellt für Deutschland fest, dass das Jahr 2017 geprägt war von Unbeständigkeit und Wetterextremen, das zeigen unter anderem die Orkane "Xavier" und "Herwart" oder die plötzliche Rückkehr des Frostes im April 2017. Wirbelstürme, Gewitter und Starkregen machten das Jahr auch zum teuersten für die Versicherungen weltweit, berichtete tagesschau.de .

„Die Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) verdeutlicht: Die Klimakrise ist real. Nicht nur auf Inseln im Pazifik, sondern auch in Mitteleuropa. Obwohl auch für Deutschland ein Anstieg von Naturkatastrophen prognostiziert wird, schauen Union und SPD nur tatenlos zu. Hohe Investitionen in den Hochwasserschutz sind unausweichlich, genauso wie ein engagierter Klimaschutz“, sagte Fraktionsvorsitzender, Anton Hofreiter.

„Doch anstatt endlich nationale wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise vorzulegen, verabschieden sich Union und SPD von den Klimaschutzzielen 2020. Das ist unverantwortlich gegenüber dem Klima aber auch gegenüber den Menschen, die von anstehenden Naturkatastrophen betroffen sind“, so Hofreiter weiter. „Die Bekämpfung der Klimakrise duldet keinen Aufschub, das müssen auch Union und SPD endlich erkennen. Denn nachträgliche Schutzmaßnahmen kommen die öffentliche Hand um ein Vielfaches teurer zu stehen als vorsorgender Klimaschutz."

Ausstieg aus der Kohle: Jetzt und sofort!

Die kommende Bundesregierung muss endlich handeln und die Klimapolitik ganz nach oben auf die politische Agenda setzen. Es muss endlich konkret umgesetzt werden, was auf der Klimakonferenz von Paris im Jahr 2015 vereinbart wurde. Um die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen, muss die Bundesregierung jetzt ihren Beitrag leisten: Sie muss die klimaschädlichsten Kraftwerke sofort stilllegen und den überfälligen Kohleausstieg einleiten. Darüber hinaus muss sie den Klimaschutzplan 2050 mit Leben füllen und wirksam ausgestalten, damit alle Sektoren ihren wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten, vom Verkehr über Gebäude und Industrie bis hin zur Landwirtschaft.

Mehr Wetterextreme in 2017 (tagesschau.de, Videobeitrag vom 29.12.2017)

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1 Kommentar
Polemik, Bestandteil Grüner Politik, eigene Fehler werden ausgeblendet
h.g. 19.01.2018

Betrachtet man die Klimageschichte der Erde ohne parteipolitische Scheuklappen, so wird man feststellen, dass ein Klimawandel (Eiszeit, mittelalterliche Wärmezeit, usw.) nichts Neues ist. Dass aktuell die Grünen einen Klimawandel als polemische Wahlhilfe missbrauchen, um sich gleichzeitig als einzig lösungskompetent darzustellen, wirkt vor dem Hintergrund inkompetenter, Rot/Grüner Regierungszeit in Sachen Umwelt, reichlich verwegen. EEG, Biosprit, incl. Vermaisung der Äcker, sowie andere Grüne-Irrtümer dürften bekannt sein und an deren Sachkompetenz zweifeln. Hier scheint man, auf Pöstchen schielend, auf die Vergesslichkeit, bzw. Unwissenheit der Wähler zu setzen.

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