CO2-EmissionenDeutschland verfehlt Klimaschutzziele 2020

Ein Eisberg in der Antarktis, der schmilzt und dabei Eiszapfen produziert.
International redet die Bundeskanzlerin viel über Klimaschutz, doch zu Hause handelt sie nicht. Das selbstgesteckte Klimaziel einer Treibhausgasminderung von minus 40 Prozent für 2020 wird die Regierung Merkel absehbar verfehlen. Wir brauchen jetzt Taten.

Nachdem schon im ersten Halbjahr 2017 die energiebedingten CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,2 Prozent auf 428 Millionen Tonnen gestiegen waren, gibt es nun eine weitere schlechte Nachricht für den Klimaschutz. Deutschland droht sein selbstgestecktes Klimaschutzziel für 2020 noch deutlich stärker zu verfehlen als bislang angenommen.

Statt der versprochenen Minderung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 könnte am Ende nur eine Minderung von gerade einmal 31,7 Prozent stehen. Dieses wäre eine satte Zielverfehlung – schlimm für den Klimaschutz und eine internationale Blamage für Deutschland, das sich bislang auf der internationalen Bühne immer als Vorreiter beim Klimaschutz inszeniert hat.

Kommende Bunderegierung muss gegensteuern

Das Ziel für 2020 ist nur bei engagiertem Umsteuern noch zu erreichen. Dies kann mit einem Sofortprogramm für den nationalen Klimaschutz gelingen, das den deutschen CO2-Ausstoß auf 750 Millionen Tonnen reduziert. Dies ist mit verstärktem Engagement in allen Bereichen – von der Energiewirtschaft über Industrie, Gebäude, Landwirtschaft bis zum Verkehr – möglich.

Die kommende Bundesregierung muss ihre Klimaschutzambitionen deutlich erhöhen und die Chancen neuer Technologien für eine moderne Wirtschaft und Gesellschaft nutzen. Wir müssen endlich die die Klimalücke schließen und die ökologische Modernisierung angehen.

Klimaschutzgesetz

Wir brauchen ein Klimaschutzgesetz, das Klimaschutz rechtlich verbindlich macht und einen klaren und verbindlichen Reduktionsplan für alle Emissionsbereiche bis zum Jahr 2050 festschreibt. Das betrifft unter anderem die Bereiche Energie, Verkehr, Bauen und Landwirtschaft.

Kohleausstieg

Die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke müssen unverzüglich vom Netz genommen und ein Konzept zur Umsetzung des vollständigen Kohleausstiegs bis 2030 erarbeitet werden.

Erneuerbare Energien stärken

Die Begrenzung des Ausbaus von Ökostrom muss gestrichen werden. Die Ausschreibungsmengen und Ausbauziele müssen so angehoben werden, dass bis 2030 eine Stromversorgung zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien erreicht wird.

Emissionshandel stärken und CO2-Bremse für alle Gesetze

Der europäische Emissionshandel muss wirksam reformiert werden. Gemeinsam mit anderen europäischen Staaten muss ein CO2-Mindestpreis verabredet und eingeführt werden.

Gesetzentwürfe müssen auf Treibhausgasemissionen und damit auf Klimaauswirkungen geprüft werden, damit sie mit den zugesagten nationalen Klimazielen im Einklang stehen.

Grüner Antrag

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7 Kommentare
Emissionshandel
Radauscher-Weidinger 23.06.2017

In ihrem Buch "Kapitalismus vs. Klima" weist Naomi Klein nach, dass der Emissionshandel nichts bringt. Also geht es darum, bessere Instrumente zu unterstützen. Eine Reform geht zu Lasten der indigenen Völker und der Dritten Welt.

Klimaschutz
Winfried Horlacher 25.06.2017

Hirngespinste und Parteitagsparolen helfen wenig wenn es um kurzfristige Maßnahmen für den Klimaschutz geht. Dies gilt vorzugsweise und in besonderem Maß „für die Grünen im Bundestag“!!!
Lt. Frankfurter Rundschau
2015 sinkt zum ersten Mal sowohl die Zahl der Tankstellen als auch die der erdgasbetriebenen Fahrzeuge. Hält die Entwicklung an, könnten Erdgasautos bald wieder von den deutschen Straßen verschwinden.
Aktuelle Erdgas-Pkw stoßen zudem 20 Prozent weniger klimaschädliches CO2 als Benziner. Beim Einsatz von Bio-Gas fällt die Bilanz noch besser aus. Anders als Dieselfahrzeuge emittieren gasbetriebene Fahrzeuge kaum Feinstaub und Stickoxide.
Der gesamte Beitrag unter
http://www.fr.de

Zukunft wird aus Mut gemacht
Dr. Weber 25.06.2017

Massentierhaltung bis 2030 abschaffen, das ist doch Euer Ziel und hilft ja auch dem Klima am meisten.
Das müsst Ihr endlich laut sagen:
Vom "Veggie"- zum "Meat Day" einmal pro Woche (höchstens) in allen Kantinen der öffentlichen Hand müsst Ihr aber dann auch endlich sprechen..., sie leben und sie fordern.
Gekrönt von einer ebenfalls auf allen Ebenen zukunftsfähigen Leitungswasser-Trinkkultur mit Karaffen kann dann richtig gutes Essen auf den Tisch kommen - im Arbeitsalltag.
Und mit Ausstrahlungswirkung auf die gesamte Bevölkerung.
Viele Grüße von der

Agentur für Zukunftsfähige Kulturstile
Dr. Annette Weber, Gustav-Adolf-Str- 30, 63150 Heusenstamm

ja / aber
Jürgen Seidel 28.06.2017

Mich braucht Ihr nicht zu überzeugen.

Solar-Offensive
Susanne Jung 14.08.2017

Hallo,

wo findet man Euer Positionspapier zur Solar-Offensive?
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahlkampf-gruene-planen-solar-offensive/20180632.html

Umweltschutz braucht neue Machtverteilung in der Regierung
Wolfdietrich Burde 25.10.2017

Wenn der neue Umweltminister nicht ein ähnliches Vetorecht wie der Finanzminister bekommt und wenn Frau Merkel nicht endlich bei Streit zwischen 2 Ministerien ihre Richtlinienkompetenz recht ausübt, dann

wird das nix mit dem Umweltschutz. Und die Grünen dürften auch nicht in eine Regierung eintreten. Dann soll eine Minderheitsregierung die Zustimmung der Grünen bei Umweltbelangen im Einzelfall suchen.

Ich habe die Grünen dieses Mal nicht gewählt. Wenn sie eine Stärkung des Umweltministers und eine rechte Ausübung der Richtlinienkompetenz festzurren, kann ich sie beim nächsten Mal wieder wählen.

Warum fahren so viele SUV's?
Helmut Thomas 10.11.2017

In der Debatte um die CO2-Reduzierung finde ich nie folgenden Ansatz:
kleinere, leichtere, weniger KFZ auf die Straße.
Durch die Weiterentwicklung wäre es möglich leichte moderne Autos zu produzieren; doch das Gegenteil wird praktiziert: die Fahrzeuge werden größer, schwerer und leistungsstärker. Damit werden sie auch komfortabler und damit ist es auch gar nicht so schlimm im Stau zu stehen, denn man hat ja sein Wohnzimmer bei sich (Heizung, bequeme Sessel, Telefon, Internet, soziale Netzwerke).
Vor 1-2 Jahren habe ich in der Presse mal einen kleinen Artikel der CDU gelesen: ".. Wachstum heißt nicht immer mehr, größer, schneller.."; doch leider ist diese Idee nicht weiter entwickelt worden.

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