ExtremwetterMitten drin in der Klimakrise

Am 2. Juni 2016 wird in Simbach am Inn das Ausmaß der Flutkatastrophe deutlich.

Nach der Klimakonferenz von Paris im vergangenen Herbst ist das Thema Klima weitgehend aus den großen Schlagzeilen verschwunden. Doch die Klimakrise weitet sich weiter aus. So war der vergangene April global der wärmste jemals gemessene und die Erde hatte sich zwischenzeitlich auf über 1,4 gegenüber dem vorindustriellen Niveau erwärmt. Zuletzt hatte Indien eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von 51 Grad vermeldet und jetzt machen die aktuellen Extremwetter in weiten Europas und in Deutschland wieder einmal deutlich, welche verheerenden Auswirkungen ein ungebremster Temperaturanstieg für Mensch und Umwelt hat.

Jetzt endlich umsteuern und Emissionen senken

Der Klimaschutzvereinbarung von Paris müssen jetzt endlich Taten folgen. Viel zu lange schon redet die Bundesregierung nur von Klimaschutz, ohne dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden. Doch schlimmer noch: Statt die Energiewende zu beschleunigen um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen soll nach dem Willen der Regierung im Zuge der EEG- Reform der weitere Ausbaus der erneuerbaren Energien auch noch gedeckelt werden. Fatal für den Klimaschutz und die Menschen, die weltweit und den dramatischen Folgen leiden.

Die Bundesregierung muss endlich ein nationales Klimaschutzgesetz vorzulegen, das den Klimaschutz rechtlich verbindlich verankert und jährliche Minderungsziele für die unterschiedlichen Emissionssektoren festlegt. Zudem muss die Kohleverstromung innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte beendet werden. Vor allem aber muss der Ausbau der erneuerbarer Energien wieder beschleunigt werden und an den in Paris vereinbarten Klimazielen auszurichtet werden.

Versiegelung von Flächen stoppen

Klar ist aber auch die weiter zunehmende Versiegelung der Flächen, die Kanalisierung und Betonierung auch von kleinen Bächen aber auch die zunehmende Drainierung der Felder dazu führt, dass die zunehmenden immer stärkeren Starkregenereignisse immer heftigere Auswirkungen haben. Wir sorgen mit unserer Bau und Bewirtschaftungskultur dafür, dass dieses Wasser immer schneller sich an einem Ort versammelt.

Hier heißt es gegenlenken. Es muss Sorge getragen werden, dass bei Baumaßnahmen wie beim Straßenbau das die versiegelte Fläche auch in Hinblick auf Starkregenereignisse ausgeglichen wird, also entsprechende Auffangräume entstehen. Bei Baumaßnahmen müssen Straßen und Plätze so angelegt werden, dass sie auch als kurzfristige kleinräumige Überschwemmungsgebiete dienen können, wie dies in der Hafencity in Hamburg mitgeplant wurde. Bei der Drainage der Felder muss sichergestellt werden, dass die dort gesammelten Wassermengen bei Starkregenereignisse nicht zusätzlich in die die kleinen Bäche geführt werden.

Hochwasserschutz zügig umsetzen

Daneben gilt es für die großen Hochwasserereignisse, das nationale Hochwasserschutzprogram zügig weiter zu verfolgen. Die letzten unionsgeführten Bundesregierungen haben hier zu lange wertvolle Zeit verstreichen lassen und auch die Wiederherstellung von Flussauen und Retentionsflächen kommt viel zu langsam in Gang.

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