TreibhausgaseSchrittweises „Aus“ für Fluorkohlenwasserstoffe

14. Oktober 2016 hielt US-Außenminister John Kerry eine Rede in Kigali.
Das Treibhausgas FKW wird schrittweise weltweit verboten. Darauf einigte sich die Staatengemeinschaft in Ruanda. Das ist kein ehrgeiziges Ergebnis.

In der Hauptstadt Ruandas haben sich die Staaten darauf verständigt, die klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe - auch FKW genannt – schrittweise durch klimafreundlichere Alternativen zu ersetzen. Diese FKW kommen bislang als Kühlmittel in Klimaanlagen, Gefrierschränken und Kühlschränken zum Einsatz und wurden zunächst als Alternative für die die Ozonschicht schädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) eingesetzt.

Zu Gunsten der Ozonschicht

In Montreal hatten 1987 die Staaten der Welt beschlossen, zum Schutz der Ozon-Schicht die FCKW durch alternative Produkte wie die FKW zu ersetzen. Inzwischen hat sich zwar die Ozonschicht deutlich erholt, denn Fluorkohlenwasserstoffe bauen kein Ozon ab. Sie haben aber einen anderen gravierenden Nachteil. Sie schädigen das Klima um ein vielfaches mehr als das bekannte Treibhausgas CO2, (zum Teil mehr als 1000-fach). Selbst geringe Mengen des Kühlmittels FKW haben mächtige Auswirkungen.

Zu Lasten des Klimas

Bis 2019 sollen nun Industriestaaten den Verbrauch der klimaschädlichen FKW in einer ersten Phase um zunächst 10 Prozent senken (bezogen auf die den Zeitraum von 2011-2013), in einer weiteren Phase soll sich dann eine Reduzierung um 85 Prozent bis 2036 anschließen. Entwicklungsländer sollen grundsätzlich etwas mehr Zeit erhalten und müssen die Ziele erst 2029 beziehungsweise 2045 erreichen. Dafür wurde auch der Bezugszeitraum mit 2020 bis 2022 deutlich nach hinten verlagert. Eine weitere Gruppe von Ländern wie Indien, Pakistan, Iran und Irak wird ein sogar noch größerer Übergangszeitraum zu gestanden, sie müssen die Ziele sogar erst in den Jahre 2032 und 2047 erreichen (dann bezogen auf die Jahre 2024 bis 2026).

Der vereinbarte globale Ausstieg aus den industriell erzeugten besonders klimaschädlichen Gasen, die in Kühlschränken oder Klimaanlagen eingesetzt werden, ist ein wichtiger Schritt, um die Klimakrise einzudämmen. Doch der Zeitplan insgesamt ist wenig ehrgeizig, umso wichtiger ist es, dass die zugesagten Kürzungen der Industriestaaten ab 2019 jetzt auch wirklich eingehalten und schnell umgesetzt werden.

Deutschland wieder als Vorreiter?

Deutschland, das bei der Initiierung des zugrunde liegenden Montreal-Protokolls zum Schutz der Ozonschicht maßgeblich war, sollte hier ein Zeichen setzen, die Chancen nutzen und den weitgehend unproblematischen Ausstieg von den FKW deutlich schneller angehen und die Entwicklungsländer beim Umstieg unterstützen.

Mehr zum Thema Klimaschutz

1 Kommentar
Wie handelt die Automobilindustrie?
R. Knierim 06.11.2016

Ein großer Automobilhersteller, hatte eine Kälteerzeugung von >17MW.
50% Kälte aus Wärme, 30% mit Ammoniak und 20% aus R134a
Der Betriebsrarzt erklärte Ammoniak als giftig und forderte den Austausch der Anlage, was durch eine R134a Anlage erfolgte. Die Absorber zeigen durch schlechte Betriebsführung häufige Schäden und teuere Reparaturen. Dies führte nun zur Entscheidung - da zudem die Wärme für Kälte wegen der niedrigeren Strompreise unwirtschaftlich veröden ist - weitere 30% auf R134a umzubauen und nur noch 20% Kälte aus wärme bestehen zu lassen.

Das ist die Realität! Aussage: Das Verbot ist noch lang hin, bis dahin werden die Maschinen wieder ersetzt!

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4400826