WetterextremeSintfluten, Waldbrände und Klimaschutz

Ein Auto fährt am 29.06.2017 in Oranienburg (Brandenburg) über eine nach Starkregen völlig überflutete Kreuzung während Fußgänger durch das Wasser waten.
Europa ächzt unter diesem Sommer: Dauerregen und Überschwemmungen hier, Hitze und Waldbrände dort. Was hat das mit der Klimakrise zu tun?

Europa ächzt unter diesem Sommer. In Berlin laufen im Dauerregen die Keller voll. Hildesheim, Goslar und andere Städte werden von ansonsten harmlosen kleinen Flüssen überschwemmt. Währenddessen leidet Südeuropa unter Hitze, Trockenheit und Waldbränden.

Ist das schon der Klimawandel?

Die Antwort lautet: Ja. Selbstverständlich kann nicht jeder einzelne Gewittersturm und jeder Starkregen mit dem Klimawandel erklärt werden. Aber die Klimaforschung ist sich einig, dass solche Extremwetterereignisse bereits zunehmen. Darüber hat unter anderem der Bayerische Rundfunk auf seiner Website berichtet. Für die Regenfälle ist das auch einfach zu erklären: Wärmere Luft nimmt mehr Wasser auf, das auch wieder abregnet.

Ernteausfälle in Deutschland

Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sind bereits in Mitleidenschaft gezogen. Überall gibt es Ernteausfälle, die Lebensmittelpreise steigen.

In Deutschland litten unter den Klimakapriolen zahlreiche Erzeugnisse. Dem wärmsten März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen folgten ein eisiger April und Starkregen beziehungsweise Hagel in Mai und Juni. Besonders betroffen waren die hierzulande gängigen Obstsorten: Kirschen, Pflaumen, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Äpfel, Birnen und Wein. Die Schäden sind so groß, dass mehrere Länder ihre Obstbauern entschädigen wollen.

Aber auch die Gemüseliebhaber haben es dieses Jahr schwer. Ertragseinbußen gibt es unter anderem bei Feldsalat, Radieschen, Erbsen, Bohnen und Blumenkohl.

In Teilen Deutschlands fürchten die Landwirte auch um die Getreideernte: Erst gab es zu wenig und dann zu viel Regen. Vor allem der heftige Regen der letzten Wochen brachte die Ernte mancherorts fast zum Stillstand.

Ernteausfälle in anderen Ländern

Unterdessen fordert die Klimakrise auch anderswo ihren Tribut. In Österreich fällt die Rapsernte wegen Trockenheit um bis zu 50 Prozent niedriger aus. In Spanien fällt aufgrund der Dürre auf vielen Höfen die Ernte komplett aus. In Italien sind davon vor allem Tomaten-, Wein- und Olivenanbau betroffen. Die Einbußen werden auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Zudem leiden die Tiere. Die Milchmenge ist in Teilen des Landes um 40 Prozent geschrumpft.

Auswirkungen der Klimakrise in Deutschland

Bereits 2015 hatte die grüne Bundestagsfraktion eine Studie in Auftrag gegeben, die die aktuelle Forschungslage zusammengefasst: Inwiefern wird sich das Wetter in Deutschland bis zum Jahr 2050 verändern und welche Auswirkungen hat das auf die verschiedenen Regionen, wenn es keine wesentliche Trendumkehr beim CO2-Ausstoß gibt?

Insbesondere der Osten Deutschlands, die südlichen Bundesländer und Nordrhein-Westfalen werden betroffen sein:

  • Noch mehr Regen an Rhein und Ruhr:
    Steigende Winterniederschläge lassen Hochwassergefahr in NRW und Süddeutschland steigen.
  • Hitzestress und damit steigende Mortalitäten in Großstädten wie Köln, Stuttgart oder Berlin:
    Die Temperaturen liegen im Sommer jetzt schon teilweise zehn Grad über denen des Umlandes.
  • NRW:
    Borreliose übertragende Zecken werden aufgrund der steigenden Temperaturen auch in NRW heimisch.
  • In den bayrischen Alpenregionen werden Temperaturen fast doppelt so stark steigen wie im bundesweiten Durchschnitt. Dadurch werden nur noch zwei Gebiete schneesicher sein (Zugspitze und Nebelhorn). Bei fast allen anderen Gebieten werden auch Schneekanonen nicht helfen.
  • Waldbrandgefahr steigt:
    In Thüringen gibt es momentan an sieben bis elf Tagen im Sommer eine hohe Waldbrandgefahr. In Zukunft werden es bis zu 30 Tage sein.
  • In häufiger vorkommenden Niedrigwasserperioden werden Bauern nicht wie bisher ihre Felder wässern können.
  • Allergien:
    Die Pollenflugsaison hat sich in den letzten 30 Jahren bereits um zehn bis zwölf Tage verlängert. Eine weitere Ausdehnung ist zu erwarten. Hinzu kommt, dass bisher nicht heimische Pflanzen einwandern. Diese Neophyten wie die aus Nordamerika stammende Beifuß-Ambrosie haben ein hohes allergenes Potenzial.
  • Risiken durch erhöhte UV-Strahlung beziehungsweise UV-Strahlen-Exposition:
    Die Anzahl an Hautkrebserkrankungen hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen, sie verdoppelt sich alle 10 bis 15 Jahre. Dieser Trend dürfte weiter gehen.

Nicht irgendwann – jetzt umsteuern

Klar wird: Wir können nicht länger warten. Die Klimapolitik der Bundesregierung hat versagt. Die Treibhausgasemissionen stagnieren seit acht Jahren auf hohem Niveau. Dabei müssten sie schnell abnehmen. Wir müssen viel schneller raus aus der Kohlendioxidfalle! Weitere vier Jahre abwarten wäre fatal.

Wir setzen uns für einen Politikwechsel im Bundestag ein. Konkret geht es uns dabei um

  • den Kohleausstieg,
  • das Ende der Deckelung erneuerbarer Energien
  • die Wärmewende,
  • den Einstieg in den Ausstieg aus dem fossilen Verbrennungsmotor und
  • das Ende der Massentierhaltung.

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2 Kommentare
Dummes Wahlvieh, die 1.
Matthias Koch 17.08.2017

Für dumm werden die Leute allenfalls von den etablierten bürgerlichen "Volksparteien" verkauft. Denen steht schon lange nicht mehr das Wohlergehen des Menschen im Vordergrund, sondern nur noch das Streben nach dem eigenen Machterhalt um eine Klientelpolitik umzusetzten, die ihnen von (mittlerweile internationalen) Wirtschaftslobbyisten ins Parteiprogramm diktiert wird.
Man muß sich nur ein bisschen breiter informieren und über den eigenen Tellerrand hinausschauen, dann bekommt man nicht nur Belege für einen Klimawandel, sondern erfährt auch, dass wir in unserer Zeit ein Artensterben, nicht nur Insekten wie die oft zitierten Bienen, sondern auch oder gerade unter unseren nahen Verwandten...,

Dummes Wahlvieh, die 2.
Matthias Koch 17.08.2017

den Wirbeltieren erleben, wie es das in der gesamten Erdgeschichte noch nicht gegeben hat. Das Aussterben der Dinosaurier, war vergleichsweise harmlos dazu. Und das Artensterben geht auf direkt anthropogene Faktoren zurück: Vernichtung von Lebensräumen, Vergiftung der Umwelt oder auch einfach gezielte Ausrottung. So, ihrer Biodiversität beraubt, wird die angeschlagene Natur sich auch erheblich schwerer damit tun, auf die geänderten Klimabedingungen zu regarieren.
Aber lasst uns lieber Banken retten und uns uns am Geld satt fressen.

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