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WeltklimaratKlimaziele noch erreichbar - wenn...

Der Weltklimarat (IPCC) stellte den Bericht auf seiner Sitzung im koreanischen Incheon vor.

Der Sonderbericht des Weltklimarates (IPPC) bestätigt: Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ist noch zu erreichen. Viele verheerende Auswirkungen der Klimakrise sind noch abzuwenden. Allerdings nur, wenn jetzt schnell und entschlossen gehandelt wird!

Verheerende Unterschiede zwischen 1,5 und 2 Grad

Die KlimawissenschaftlerInnen machen mit ihrem Sonderbericht deutlich: Das Risiko und die Anzahl von Extremwetterereignissen – wie wir es in Deutschland diesen Sommer mit der Dürre erlebt haben – steigen bei einer Temperaturerhöhung um 2 Grad im Mittel dramatisch. Artenvielfalt, Korallenriffe, die Arktis und der Anstieg des Meeresspiegels  – alles würde sich weniger stark unter 1,5 Grad Erderwärmung verändern, als bei einer 2 Grad Erderwärmung. Aber: Die Welt – und auch die Politik der Bundesregierung – sind bisher noch auf dem 3 bis 4 Grad Pfad!

Die Unterschiede für die verschiedenen Ökosysteme und Weltregionen sind hier zu sehen.

Deutschland hält das Paris Abkommen nicht ein

Derzeit sind viele Staaten und Gemeinschaften darunter auch Deutschland und die EU jedoch nicht auf einem guten Weg die Klimaziele von Paris einzuhalten (siehe climateactiontracker.org). Die Bundesregierung blockiert die Zielanhebung der EU für 2040 von 40% auf 45% Einsparung. Sie blockieren ambitionierte Grenzwerte im Verkehrsbereich auf EU-Ebene und geben damit de facto auch das nationale Ziel, bis 2030 55 % der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 einzusparen, auf.

Deutschland muss seiner Verantwortung im internationalen Klimaschutz endlich nachkommen und mit konkreten Maßnahmen aufzeigen, wie das Pariser Abkommen eingehalten werden kann. Der Sonderbericht des IPCC zeigt einmal mehr: Die Bundesregierung muss jetzt konkrete und wirksame Taten folgen lassen.

Für das 1,5 Grad-Ziel braucht das Klima:

  • Eine unverzügliche Stilllegung der 20 dreckigsten Kohlekraftwerke und eine Deckelung des CO2-Ausstoßes der verbleibenden Kohlekraftwerke analog zu den Klimazielen.
  • Den kompletten Kohleausstieg bis 2030 und eine planungssichere und unumkehrbare Gestaltung des Endes des Kohlezeitalters in Deutschland.
  • Ein Klimaschutzgesetz, mit dem der Klimaschutzpfad bis 2050 gesetzt und mit rechtlich verbindlichen und planbaren Zielen für alle Bereiche versehen wird. Neben Industrie und Energiewirtschaft müssen auch der Verkehr, die Landwirtschaft und der Gebäudesektor ihren Beitrag leisten. Werden die Ziele nicht erreicht, verpflichtet das Gesetz die Politik zum nachsteuern. Nur so gelingt es, auf dem Klimaschutz- und Modernisierungspfad zu bleiben.
  • Eine ökologischen Finanzreform, damit Preise die ökologische Wahrheit sagen. Solange Umweltbelastung und Ressourcen- und Energieverbrauch keinen angemessenen Preis bekommen, profitieren die Verursacher auf unsere aller Kosten. Ökologisch ehrliche Preise belohnen dagegen Unternehmen, die mit Ressourcen pfleglich umgehen und Emissionen senken. Sie setzen Anreize, neue Techniken zu entwickeln und auch die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren, wenn langlebige Geräte Neuanschaffungen ersparen und klimafreundliche Heizungen die Stromrechnung senken.
  • Einführung einer wirksamen CO2-Bepreisung in allen Emissionssektoren, damit sich Investitionen in Klimaschutz für Unternehmen betriebswirtschaftlich unmittelbar lohnen. Mit den zusätzlichen Einnahmen sollen weitere notwendige Klimaschutzmaßnahmen oder gesellschaftliche Aufgaben finanziert werden.
  • Ein Ende des Ausbremsens von sauberen Energien und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen, damit wir im Jahr 2030 100 Prozent Erneuerbare im Netz haben.
  • Ein umfassendes Wärmekonzept, das bis 2050 alle unsere Gebäude klimaneutral macht.
  • Eine Verkehrswende mit dem Ausstieg aus dem fossilen Verbrennungsmotor bis 2030 und einen Infrastrukturausbau mit Vorrang für Schiene und Radverkehr.
  • Einen schnellen Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung, die heute wesentlich zur Klimakrise beiträgt.
  • In der Klimakrise benötigt Deutschland jetzt ein Klimanothilfepaket, aus dem dringende Maßnahmen zum Schutz vor den schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise finanziert werden. Wir schlagen hier Investitionen im Umfang von rund 2 Mrd. Euro vor.
  • Verstärkte Forschungsanstrengungen: Um uns auf die immer häufigeren Extremwetter einstellen zu können, müssen wir die lokalen Auswirkungen und nötigen infrastrukturellen Anpassungen an die globale Klimakrise noch besser prognostizieren: Denn je höher das globale Thermometer klettert, desto größer werden die Belastungen für unsere Gesundheit, für die Landwirtschaft, Artenvielfalt und Sicherheit.
  • Die Verankerung des Klimaschutzes als Staatsziel im Grundgesetz. Die international vereinbarten Ziele müssen auch national festgeschrieben werden.

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