RaubkunstDer Fall Gurlitt und die Folgen

Eine Besucherin schaut sich in der Akademie der Künste in Berlin die Ausstellung "Ausgewählt: Beutekunst I und II" der Künstlerin Kirsten Klöckner an.

Die von den Nazis gestohlene Kunst in der Privatsammlung von Cornelius Gurlitt hat Ende 2013 die öffentliche Debatte über einen angemessenen Umgang mit Kulturgut neu entfacht.

Im Zuge der Diskussion wurde erneut deutlich, dass der Entzug von Kulturgütern zwischen 1933 – 1945 in Deutschland immer noch unzureichend aufgearbeitet ist. In der Vergangenheit wurde durch die Washingtoner Erklärung von 1998 und die sich anschließende „Gemeinsame Erklärung“ der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände der Wille bekundet, die Auffindung von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu verstärken und faire und gerechte Lösungen zu finden.

Durch die Gründung des "Deutschen Zentrums Kulturgutverluste" soll nun seit Anfang des Jahres 2015 die Provenienzforschung in Deutschland weiter gestärkt und gebündelt werden. Von Seiten der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßen wir dir Gründung des Zentrums. Allerdings ist eine institutionelle Bündelung der bisherigen Provenienzforschungsaktivitäten allein bei weitem nicht ausreichend. Zu viele wesentliche Problemfelder werden trotz des "Deutschen Zentrums Kulturgutverluste" brach liegen. Etwa die Informationsdefizite hinsichtlich der Washingtoner Erklärung, die Defizite bei den Angeboten im Ausbildungsbereich, der Zugang zu Quellen, die Intransparenz von Forschungsergebnissen oder auch die offenen Fragen im Umgang mit privaten Sammlungen. Insbesondere brauchen wir mehr Verbindlichkeit, was die Provenienzforschung an öffentlich geförderten Museen angeht.

In dem von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vorgelegten Antrag „Provenienzforschung stärken – Bessere Rahmenbedingungen für einen angemessenen und fairen Umgang mit Kulturgutverlust schaffen“ fordern wir die Bundesregierung deshalb auf, auch für diese Problemfelder Lösungen zu entwickeln.

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