Gedenktag für die Opfer des NationalsozialismusKein Vergessen!

Schnee liegt am 18.01.2017 in Berlin auf den Stelen des Holocaust-Mahnmals.
Januar 2017 - auf den Stelen des Holocaust Mahnmal liegt Schnee. Es darf kein Schlussstrich unter das Erinnern geben, denn die Verbrechen des Nationalsozialismus ragen für immer in die Gegenwart hinein. Die Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages steht dieses Jahr im Zeichen der Erinnerung an die Opfer der "Euthanasie"-Morde.

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Auschwitz ist das Symbol für die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten. Am 27. Januar, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, gedenken wir der Millionen Menschen, die von den Nazis ermordet wurden. Die Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages steht dieses Jahr im Zeichen der Erinnerung an die Opfer der sogenannten Euthanasie-Morde. Der Schauspieler Sebastian Urbanski vom Berliner Theater RambaZamba liest einen Brief von Ernst Putzki, der 1945 in der Anstalt Hadamar ermordet wurde. Die Gedenkreden halten Verwandte von zwei Opfern der „Euthanasie“-Morde: Hartmut Traub erinnert an seinen 1941 ermordeten Onkel, Benjamin Traub, und Sigrid Falkenstein berichtet über das Schicksal ihrer Tante, Anna Lehnkering, die 1940 umgebracht wurde.

Die Erinnerung darf nie verblassen

Die Erinnerung an die Massenmorde der Nationalsozialisten darf nie verblassen, das ist und bleibt unsere politische und moralische Pflicht. Wir gedenken der Jüdinnen und Juden, der Sinti und Roma, der Opfern des rassistischen Vernichtungskrieges, der politischen Gegnerinnen und Gegner des NS-Regimes, der Kranken und Menschen mit Behinderungen, der Kriegsgefangenen, der Homosexuellen, der sogenannten „Asozialen“ und der Wehrmachtsdeserteure. Wir gedenken der Opfer der Massenerschießungen und der grauenhaften Politik des Verhungernlassens in den Kriegsgefangenenlagern in einem rassistischen Vernichtungskrieg. Und wir gedenken der Opfer der „Euthanasie“-Morde.

Die Aufarbeitung der Verbrechen ist unabschließbar

Es darf keinen Schlussstrich unter das Erinnern geben, denn die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus ist unabschließbar und ragt für immer in die Gegenwart hinein. Erinnerung bedeutet für uns Grüne im Bundestag Verantwortung und Verpflichtung in der Gegenwart. Gerade in Zeiten, in denen die Rede von einem angeblichen deutschen „Schuldkult“ wieder salonfähig zu werden droht und in Hetzreden vor jubelndem Publikum das Andenken an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus beschmutzt wird, gilt es klar und deutlich zur deutschen Verantwortung zu stehen. Das heißt für uns im Hier und Heute: Hass und Hetze, autoritären Gesellschaftsmodellen und jeder menschenverachtenden Politik gegen Minderheiten mit aller Kraft entgegen zu treten. Dazu gehören verstärkte zivilgesellschaftliche Prävention ebenso wie starkes Handeln des Rechtsstaates: Niemand darf ungestört hate speech verbreiten und Menschen bedrohen und angreifen. Denn die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen zeigt uns nicht zuletzt, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sich nicht von selbst verstehen. Sie müssen jeden Tag aufs Neue gegen ihre Feinde erkämpft und verteidigt werden. Das und nichts anderes heißt es, die Verantwortung aus der Geschichte anzunehmen.

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