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LebensmittelhandwerkBrot vom Bäcker - bald Geschichte?

Besonders kleine Betriebe können dem Marktdruck immer weniger standhalten.

Der Rückgang der Betriebe im regionalen Lebensmittelhandwerk scheint unaufhaltsam. Besonders die Anzahl der Bäckereien und der Fleischereien nimmt dramatisch ab. Beide verzeichneten zwischen 2008 und 2016 bundesweit einen Rückgang von 30%.

Diese Ergebnisse brachte die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der grünen Bundestgsfraktion zur Stärkung des regionalen Lebensmittelhandwerks.

Konzentration stärkt nur Großbetriebe

Eine Ausnahme im Lebensmittelhandwerk stellen die Brauer und Mälzer dar, die sich positiv entwickelten. Auch die Konditoren nahmen bundesweit leicht zu, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Dennoch: Die Konzentrationsprozesse im übrigen Lebensmittelhandwerk sind besorgniserregend und die Situation wird dadurch verschärft, dass vor allem die kleinen Unternehmen schließen müssen.

Die Anzahl der Beschäftigten pro Betrieb stieg im Lebensmittelgewerbe zwischen 2008 und 2016 im Durchschnitt von 18 auf 23 Personen pro Betrieb. In Bäckereien arbeiten durchschnittlich mittlerweile sogar 32 Personen. 2008 waren es noch 23. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung handelt und das regionale Lebensmittelhandwerk stärkt.

Ländliche Räume besonders betroffen

Fatal ist, dass es keine Zahlen für die Entwicklung des Lebensmittelhandwerks im ländlichen Raum gibt. Denn in vielen ländlichen Regionen bedeutet die Schließung des Bäckers oder Metzgers, dass die letzte Nahversorgungsquelle verschwindet.

Die Bundesregierung muss die Bedeutung des Lebensmittelhandwerks für die ländlichen Räume anerkennen und unterstützen. Auch die Infrastruktur vom vor- und nachgelagerten lebensmittelverarbeitenden Gewerbe, die wichtig für das Geschäft vieler kleinerer Handwerksbetriebe ist, beispielsweise die Mühlen, bricht weg.

Wir brauchen das regionale Lebensmittelhandwerk, um Arbeitsplätze in den Regionen und die regionale Vielfalt von Lebensmitteln zu erhalten. Deshalb müssen endlich Bürokratie abgebaut, Erleichterungen für kleine Betriebe gefunden und die Bevorteilung der industriellen Großbetriebe unter anderem durch das staatliche Fördersystem (GRW) beendet werden.

Vielfalt muss Norm und nicht Nische sein

Wir wollen mehr regionale Vielfalt statt zunehmender Konzentration auf wenige Großkonzerne. Solange aber die Bundesregierung das Lebensmittelhandwerk als „Nische“ in der Ernährungswirtschaft betrachtet, wird sich das allerdings nicht umsetzen lassen.

Das regionale Lebensmittelhandwerk spielt nicht nur für die Versorgung in den ländlichen Räumen eine wichtige Rolle, sondern auch für eine gesunde Ernährung. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Wissen der Lebensmittelherstellung weiter verödet und Alleineigentum der Großbetriebe wird.

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