NahversorgungTante Emma gibt auf

Im Dorfladen im uckermärkischen Pinnow unweit von Angermünde unterhält sich die Verkäuferin mit ihrem Kunden.

Jeden Tag geben insgesamt vier Bäckereien, Metzgereien und kleine Lebensmitteleinzelhändler auf. Das geht aus einer Studie hervor, die die Initiative „Nahversorgt“ im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erstellt hat.

Besonders betroffen sind Betriebe auf dem Land. Sie sind Opfer des Bevölkerungsrückgangs und des Trends zu Riesenmärkten „auf der grünen Wiese“. Insgesamt ging die Zahl kleinerer Lebensmittelgeschäfte zwischen 2007 und 2013 um mehr als 40 Prozent, die der Bäckereien und Metzgereien um jeweils fast 20 Prozent zurück.

Ältere Menschen bleiben auf der Strecke

Schon jetzt ist die Entfernung zum nächstbesten Geschäft auf dem Land doppelt so groß wie in der Stadt. Das ist vor allem für Menschen ohne Auto und für Ältere ein Problem. Markus Tressel, Sprecher für Ländliche Räume, warnt, dass somit für immer mehr Menschen frisches Essen zum Luxus wird. Außerdem trägt die Entwicklung dazu bei, dass die Jüngeren mit ihrer Kaufkraft in die Städte abwandern.

Von Bundesseite gegensteuern

Für Tressel gehört das Thema Nahversorgung schnellstens auf die politische Agenda: „Das Raumordnungsgesetz und die Förderpolitik bieten uns Ansätze, auf die Ansiedlung von Geschäften Einfluss zu nehmen – auch von Bundesseite aus. Es ist höchste Zeit, die Ansiedlung von Läden zur Grundversorgung aktiv zu steuern und sie ins Planungsrecht aufzunehmen.“

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