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Parlamentarischer RegenbogenabendEin Hoch auf die Solidarität

Auf dem jährlichen Parlamentarischen Regenbogenabend tauschten sich Aktive aus Initiativen, Vereinen und Verbänden, die sich für die Belange von Lesben, Schwulen, Trans*Menschen und Intersexuellen (LGBTTI) einsetzen, mit der grünen Bundestagsfraktion aus. Auch Engagierte aus weiteren zivilgesellschaftlichen Gruppen waren vertreten. Insgesamt waren über 500 Menschen in das Reichstagsgebäude gekommen. Durch den Abend moderierte Patsy l´Amour laLove.

Die positiven Kräfte gewinnen

Der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter begrüßte die Gäste mit einer kämpferischen Rede. Das gesellschaftliche Klima werde rauer, auch im Bundestag. Immer offener wird gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Intersexuelle (LGBTI), gegen Geflüchtete, gegen Menschen mit dunkler Hautfarbe, mit Kopftuch oder Kippa gehetzt. Er machte deutlich, dass es gerade in diesen Zeiten progressive Kräfte braucht, die beharrlich für eine solidarische und offene Gesellschaft und die Selbstbestimmung aller Menschen streiten. Auch die Ehe für alle wäre ohne die jahrelange Beharrlichkeit der Grünen im Bundestag bis heute nicht umgesetzt. Die grüne Bundestagsfraktion werde nicht nachlassen, gegen Diskriminierung zu kämpfen. Am Ende würden die positiven Kräfte in der Gesellschaft gewinnen, war er sich sicher.

Deutschland frei von Diskriminierung

Dalia Grinfeld, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD), schloss an: Wir wollen uns den Hassbotschaften von RechtspopulistInnen und religiösen FundamentalistInnen mit unsere Solidarität entgegenstellen „Mein Deutschland ist ein Deutschland, in dem alle Menschen ihren Lebensentwurf frei und ohne Diskriminierung leben können“. Egal welche Herkunft, welche Religion, welche Identität sie haben und welche Sexualität sie leben!“ Sie setzte dabei besonders auf die jüngere Generation als progressive Kraft.

Leila El-Amaire, Projektmanagerin beim i,Slam e.V. , begeisterte mit ihrem Slam über ihre Erfahrungen der Ausgrenzung und des ständigen Rechtfertigungsdrucks als Muslima in Deutschland. Zudem sprach sie über die Herausforderungen für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft sowie über die erforderliche Allianzbildung zwischen den vulnerablen Gruppen.

Gianni Jovanovic von der Initiative Queer Roma erzählte von seinem Leben und bat die Community um Solidarität für die diskriminierten und verfolgten Gruppen, die es heute besonders schwer hätten, wie die Sinti und Roma, die in Europa ausgegrenzt und verfolgt würden.

Solidarität auch in der Community

Nach einem musikalischen Intermezzo von Patsy l´Amour laLove, die den Titel „Man hat mir ein Gefühl geklaut“ bewegend umsetzte, stellten sich Ulle Schauws und Sven Lehmann in einem lockeren Talk den Gästen vor. Sie machten deutlich, dass es queerpolitisch noch viel zu tun gibt und appellierten an die Gäste, auch innerhalb der Community solidarisch zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Zum Beispiel wenn es um die Abschaffung geschlechtszuweisender Operationen an Säuglingen, die Ersetzung des Transsexuellengesetzes durch ein Selbstbestimmungsgesetz oder die Reform des Abstammungsrechts geht.

Der Abend endete rauschend mit viel Tanz und Musik von DJin „Marsmädchen“.

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