Eingetragene LebenspartnerInnenHomophobe Missachtung des Grundgesetzes

Homosexuelles Paar mit Säugling

Nach dem neuen Gesetz sollen gleichgeschlechtliche Paare weiterhin kein Recht haben, sich für die Annahme eines Kindes beim Jugendamt zu bewerben. Die LebenspartnerInnen können das lediglich nacheinander tun. Diesen verfassungswidrigen Quatsch haben die Fraktionen der CDU/CSU und der SPD mit ihrer Mehrheit beschlossen. Und dies einen Tag vor dem feierlichen Jubiläum des Grundgesetzes.

Damit missachtet die überwältigende Mehrheit der Abgeordneten das Bundesverfassungsgericht, das in seiner Entscheidung von 2013 unmissverständlich klargestellt hat: „Unterschiede zwischen Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft, welche die ungleiche Ausgestaltung der Adoptionsmöglichkeiten rechtfertigen könnten, bestehen nicht“.

Kindeswohl

Das Gericht wies – nach Anhörung zahlreicher Sachverständiger – mit seiner Entscheidung Bedenken zurück, dass einem Kind das Aufwachsen mit gleichgeschlechtlichen Eltern schaden könne. Nach Auffassung der Richter ist vielmehr „davon auszugehen, dass die behüteten Verhältnisse einer eingetragenen Lebenspartnerschaft das Aufwachsen von Kindern ebenso fördern können wie in einer Ehe“. Die Richterinnen und Richter begründeten dies mit Sachverständigengutachten, wonach solch eine Adoption geeignet ist, auf das Kind „stabilisierende entwicklungspsychologische Effekte zu entfalten“.

Und auch die große Mehrheit der zu einer Anhörung im Rechtsausschuss eingeladenen Sachverständigen hat deutlich gemacht, dass alle wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem Ergebniss gekommen sind, die sexuelle Orientierung der Eltern sei für die Entwicklung eines Kindes unbedeutend. Entscheidend sei hingegen die Qualität und Festigkeit einer Partnerschaft.

Absurde Rechtslage

Nun ist eingetragenen LebenspartnerInnen anders als Eheleuten eine gemeinsame Adoption verboten. Die Eheleute dagegen dürfen die Kinder einzeln nicht adoptieren. In ihrem homophoben Eifer verstößt die große Koalition nicht nur gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. Das war den Konservativen ohnehin immer egal, wenn sie Lesben und Schwule diskriminieren konnten. Sie missachten darüber hinaus den Schutz der Ehe, auf den sie sich immer berufen hatten, um diese Diskriminierung zu begründen.

Grüner Gesetzentwurf

Die grüne Bundestagsfraktion legte dagegen zwei Gesetzentwürfe vor, wonach alle Vorschriften im Adoptionsrecht, die Ehepaare betreffen, einschließlich das gemeinsame Adoptionsrecht, auf Lebenspartnerschaften übertragen werden.

Niemand hat ein Recht auf ein Kind. Kinder haben vielmehr ein Recht auf Liebe, Fürsorge, Aufmerksamkeit und Geborgenheit. All dies können sie bei gleichgeschlechtlichen Eltern grundsätzlich in gleicher Weise erfahren wie bei verschiedengeschlechtlichen Paaren. Lesben und Schwule sind genauso verantwortliche Eltern wie andere Menschen auch. Ein genereller Ausschluss vom gemeinsamen Adoptionsrecht stellt die Fähigkeit von Lesben und Schwulen zur Kindererziehung aus ideologischen Gründen pauschal in Frage.

Stigmatisierung bereits bestehender Familien

Diese willkürliche Diskriminierung schadet dem Kindeswohl, indem sie die Stigmatisierung bereits bestehender Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern fördert und den Kreis der am besten geeigneten Adoptiveltern künstlich verknappt. Ob eine Adoption im konkreten Fall dem Wohl des Kindes dient, muss bei gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften genauso wie bei Ehepaaren jeweils im Einzelfall der sachkundigen Entscheidung eines Gerichts überlassen bleiben.

Text erstellt: 20.03.2014, aktualisiert: 23.05.2014

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1 Kommentar
Gegengeschlechtliche Spiegelung
Nonnen 21.03.2014

Im Gegensatz zu einem Kind in einer Vater-Mutter-Gruppierung, erleidet das in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung heranwachsende Kind eine gewisse Deprivationssituation, da ihm der enge Kontakt mit der Gegengeschlechtlichkeit verwehrt bleibt und somit eine Art Freiheitsentzug vorliegt.
Hirnphysiologische Gegebenheiten weisen auf die Bedeutung gegengeschlechtlicher Spiegelung (Spiegelneurone!) für spätere Stressverarbeitung hin.
[siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014]

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