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HomophobieHomophobie ins Abseits!

Nach dem Coming-Out von Thomas Hitzlsperger beteuern alle politischen und gesellschaftlichen AkteurInnen wie mutig der Schritt des früheren deutschen Fußballnationalspielers war. Es stimmt, dass das Sprechen über die eigene homosexuelle Identität im Profifußball immer noch ein Tabu ist. Deshalb braucht Deutschland solche mutigen Menschen, die ein Zeichen gegen Vorurteile und gegen Diskriminierung setzen.

Auch die Bundesregierung hat sich veranlasst gefühlt, diesen Schritt zu begrüßen. Gleichzeitig spricht die CDU/CSU Lesben und Schwulen die gleichen Rechte ab und hat aus Diskriminierung ihren konservativen Markenkern gemacht. Trotz der mehrfachen Rügen seitens des Bundesverfassungsgerichts und trotz der gesellschaftlichen Mehrheit, die sich in allen Umfragen für Gleichbehandlung ausspricht. Und auch Kanzlerin Merkel tut sich schwer mit der Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen, wie sie selbst erklärt hat bei ihrem peinlichen Auftritt bei der „ZDF-Wahlarena“ kurz vor der Bundestagswahl. Damit schürt sie Vorurteile und behandelt Menschen wie Thomas Hitzlsperger als BürgerInnen zweiter Klasse.

Gleichzeitig ist der Ausdruck „schwule Sau“ ein der meist benutzten Schimpfworte auf den Schulhöfen. Lesbische und schwule Schülerinnen und Schüler versuchen vier Mal so oft wie ihre gleichaltrigen MitschülerInnen, sich das Leben zu nehmen. Die homophoben Klischees, die Abwertung von Schwulen und Lesben fängt gerade in den Schulen an. Daher ist es sehr wichtig, schon während der Schulzeit über die Vielfalt der sexuellen Identitäten zu informieren und für die Akzeptanz zu werben.

Genau das plant die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg, die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" als Ziel im Bildungsplan 2015 festschreiben möchte. Danach sollen Homo- und Transsexualität Thema im Schulunterricht sein und lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Jugendliche angstfrei und akzeptiert am schulischen Leben teilhaben können.

Gegen dieses Vorhaben wurde eine Online-Petition verfasst. Die Initiatoren sprechen von einer "Ideologie des Regenbogens". Sie kritisieren, dass die Pläne "auf eine pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung an den allgemeinbildenden Schulen" zielten. Die von den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern geposteten Kommentare offenbaren ein erschütterndes Maß an Homophobie und Transphobie. Sie beweisen paradoxerweise, wie wichtig es weiterhin ist, über sexuelle Identitäten aufzuklären und offensiv für Respekt gegenüber alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Identität einzutreten.

Die grüne Bundestagsfraktion setzt sich deshalb für einen bundesweiten Aktionsplan für Akzeptanz und gegen Homo- und Transphobie ein. Wir weisen abschließend darauf hin, dass es zwei erfolgreiche Gegenpetition zur oben genannten Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ gibt, die unter dem folgenden Links gelesen und unterschrieben werden könnten:

Homophobie im Netz: Halten Sie gegen!

Gegenpetition zu: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens

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