DiskriminierungRegenbogenfamilien in Deutschland

Homosexuelles Paar mit Säugling

In ihrer Antwort auf die von der grünen Bundestagsfraktion gestellte Anfrage gibt die Bundesregierung zu, dass sie nicht nur von der Lebensrealität von Regenbogenfamilien keine Ahnung hat, sondern auch nichts wissen will. Gleichwohl beabsichtigt sie nichts, um Diskriminierungen von Regenbogenfamilien bei der Adoption, beim Abstammungsrecht und bei der künstlichen Befruchtung zu beenden.

Kinder wachsen in Regenbogenfamilien genauso gut auf

Die Bundesregierung sagt selbst, dass Kinder in Regenbogenfamilien genauso gut wie in anderen Familien aufwachsen. Damit widerspricht sie selbst der Argumentation der Union, wonach nur in traditionellen Familien Kinder glücklich sein können. Doch sie ist nicht bereit, dieses gute Aufwachsen zu unterstützen und handelt eindeutig nicht im Sinne der Kinder und ihrer Familien.

Deshalb ist die Haltung der Bundesregierung scheinheilig. Angeblich sorgt sie sich, dass Regenbogenfamilien in Deutschland aber auch in Europa als Normalität und Realität anerkannt werden und Unterstützung erfahren. Dennoch diskriminiert sie gleichgeschlechtliche Paare und deren Kinder, wo immer sie noch meint zu dürfen.

Die Erkenntnisse der Bundesregierung über die Regenbogenfamilien in Deutschland basieren auf eine Studie aus dem Jahre 2009, die VertreterInnen der Koalition bei zahlreichen Bundestagsdebatten als wissenschaftlich nicht haltbar und nicht repräsentativ diffamiert haben. Obwohl sich diese Daten auf Erhebungen von 2006 stützen, findet die Bundesregierung sie aktuell, ausreichend und einen Beleg dafür, dass sich Kinder und Jugendliche in Regenborgenfamilien ebenso gut entwickeln wie Kinder in anderen Familienformen. Sie bestätigt auch, dass es keine Studien gibt, die etwas anderes belegen.

Statt Unterstützung gibt es viel Benachteiligung

Zwar betont die Bundesregierung ihre Unterstützung für die gleichgeschlechtlichen Paare, die Eltern werden möchten. Gleichzeitig tut sie vieles, um ihnen und ihren Kinder das Leben schwerer zu machen:

  • Sie wertet es als nicht diskriminierend, dass Samenbanken lesbischen Paaren Verkauf von Spendersamen verweigern.
  • Sie tut nichts dagegen, dass ihnen 15 von 17 Landesärztekammern den Zugang zu reproduktionsmedizinischen Maßnahmen verbieten.
  • Sie will die Kosten einer künstlichen Befruchtung weiterhin nur für Eheleute übernehmen.
  • Sie beharrt auf Diskriminierung im Adoptionsrecht, ohne sich über Konsequenzen für die in den Regenbogen und den Pflegefamilien lebenden Kinder Gedanken zu machen.
  • Und sie will weiterhin, dass die in einer Lebenspartnerschaft geborenen Kinder erst nach einem umständlichen Adoptionsverfahren von beiden Eltern rechtlich abgesichert sind.

Kein Grund für „Unwohlsein“

In ihrem Diskriminierungswillen gegenüber Lesben, Schwulen und ihren Kindern nimmt die Bundesregierung sogar in Kauf, Eheleute zu benachteiligen. Sie dürfen nach der von der schwarz-roten Regierung verabschiedeten Adoptionsnovelle anders als LebenspartnerInnen ein Kind einzeln nicht adoptieren.

Damit ist das „Unwohlsein“ der Kanzlerin beim Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare entlarvt als das, was es ist: ein blankes homophobes Vorurteil. Das ist jetzt regierungsamtlich. Wenn die Bundesregierung wirklich im Sinne der Kinder und ihrer Familien handeln will, muss sie ihre Vorurteile endlich über Bord werfen, die Lebensrealität von Regenbogenfamilien anerkennen und deren Diskriminierung beenden.

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