BreitbandversorgungBreitbandwüste Deutschland

Ein Mitarbeiter einer Erdbaufirma bündelt Glasfaser-Leerrohre zusammen.
Dort, wo bereits Glasfaserleitungen verlegt wurden, sind hohe Bandbreiten möglich. Doch von so einer guten Internetanbindung können die meisten Kunden in Deutschland nur träumen. 50 Megabit in der Sekunde - flächendeckend. Das hat die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag versprochen. Die Wirklichkeit bleibt weit hinter diesem Versprechen zurück. Das musste sie nun in ihren Antworten auf unsere Kleinen Anfragen zur Breitbandversorgung in den einzelnen Bundesländern offenbaren.

Bundesweit stehen in ländlichen Regionen immerhin für 36,2 Prozent der Haushalte 50 Megabit in der Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung. Das belegen die jüngsten Zahlen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Ein genauerer Blick auf die einzelnen Bundesländer vermittelt sogar ein noch düsteres Bild:

  • Im ländlichen Sachsen stehen 50 Mbit/s gerade einmal für 18 Prozent der Haushalte zur Verfügung
  • In Sachsen-Anhalt sind es auf dem Land nur 23 Prozent.

Eine Bandbreite von 6 Mbit/s, die in Deutschland von mehr als 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer genutzt wird, steht in Mecklenburg-Vorpommern für fünf Prozent der Haushalte insgesamt und für 13 Prozent der ländlichen Haushalte nicht zur Verfügung – obwohl 6 Mbit/s eigentlich zur Grundversorgung gehören.

Mobiles Breitband: lückenhafte LTE-Abdeckung

Beim mobilen Breitband sieht es nicht viel besser aus. Bei der letzten Frequenzversteigerung haben sich die Mobilfunkbetreiber verpflichtet, in jedem Bundesland mindestens 97 Prozent der Fläche mit LTE zu versorgen. Beispiele:

  • Rheinland-Pfalz wird erst zu 82,6 Prozent mit LTE abgedeckt,
  • in Brandenburg sind es 84,4 Prozent.

Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr: Bis zum 1. Januar 2020 muss die Versorgungsverpflichtung erfüllt sein. Verantwortlich sind an dieser Stelle nicht die Bundesländer, sondern die Bundesnetzagentur – die als Behörde dem Bundeswirtschaftsministerium untersteht.

Das grüne Ausbaukonzept

Wir Grüne im Bundestag haben einen Plan: Wir wollen die Telekomaktien des Bundes marktneutral an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) veräußern. Den Erlös von rund zehn Milliarden Euro stecken wir in eine Breitband-Infrastrukturgesellschaft des Bundes, die zusammen mit den Kommunen den Glasfaser-Ausbau voranbringt – gerade in den ländlichen Regionen.

Und wir setzen uns für einen zügigen 5G-Ausbau ein, damit Breitband auch mobil überall verfügbar wird.

Grüner Antrag

Der grüne Breitbandcheck

Sie wollen wissen, wie es wirklich aussieht mit schnellem Internet bei Ihnen und in Deutschland - und ob die Bundesregierung beim Ausbau von schnellen Internetanschlüssen genügend Tempo vorlegt?

Long Term Evolution (LTE) ist eine Bezeichnung für den Mobilfunkstandard der dritten Generation. Eine Erweiterung heißt LTE-Advanced (4G). Damit sind - je nach Empfangssituation - Bandbreiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich.

Die 5. Generation des Mobilfunks (5G) soll Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde erreichen. Das wäre etwa 10-mal so schnell wie der aktuelle LTE-Standard. Die Techniken werden derzeit entwickelt und sind noch in der Erforschung. Quelle: Wikipedia

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