KreativwirtschaftFachgespräch Kreativwirtschaft

Richard (Tim Ehlert), Gerda (Maria Radomski), Paul (Andreas Köhler) und Johanna (Sandra-Uma Schmitz) (v.l.) wollen mit ihrer Band "Plastic Wings" im Theaterstück "Lange Straße Abbey Road", das in Rostock am Theater gespielt wurde, ganz nach oben.
Kreative bringen neue Ideen in die Gesellschaft ein, treiben Innovation voran. Zugleich arbeiten sie oft in prekären Verhältnissen. Im Fachgespräch haben wir unser Positionspapier zur Kreativwirtschaft vorgestellt und mit Akteuren der Branche diskutiert.

Das Positionspapier "Kreativ und Selbstbestimmt - Grüne Impulse zur Soloselbstständigkeit in der Kreativwirtschaft" stand im Mittelpunkt eines Fachgesprächs, das die Grüne Bundestagsfraktion am 26.04.2017 mit gut 50 Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher Verbände durchgeführt hat. Nach einer Begrüßung durch Anton Hofreiter gab Tabea Rößner, Sprecherin der Fraktion für Kreativwirtschaft, einen Überblick über die zentralen Forderungen. Lisa Basten vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) brachte ein erstes Feedback zu dem Positionspapier in die Debatte ein.

Fokus auf Soloselbstständige "einzigartig"

Großes Lob gab es von Lisa Basten für den Prozess der Erarbeitung des Papiers, bei dem zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter vieler, auch kleinerer Interessensvertretungen eingebunden waren. Mit dem Fokus auf soloselbstständige Kreative als arbeitender Gruppe und den komplexen Herausforderungen ihres Arbeitsalltages sei das Positionspapier als parteipolitisches Papier "einzigartig". Lisa Basten gab aber auch Hinweise und Anregungen, welche Positionen noch konkreter ausgearbeitet werden könnten.

Stärkung von Ausbildung und Berufsverbänden

Der Input von Lisa Basten gab den Startschuss für eine konstruktive und produktive Diskussion mit den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern aus der Kreativwirtschaft. Einer der intensiv diskutierten Punkte war die Wissensvermittlung für Gründerinnen und Gründer und die Frage, welche Kompetenzen jungen Kreativen mit auf den Weg gegeben werden sollten, wenn sie sich selbstständig machen. Mehrere Teilnehmende äußerten die Hoffnung, dass eine Stärkung der Berufsverbände dazu beitragen würde, diesen bei Tarif- und Honorarverhandlungen sowie bei der politischen Interessensvertretung mehr Gewicht zu geben. Auch wurde erneut Reformbedarf beim Statusfeststellungsverfahren sowie bei der Arbeitslosenversicherung deutlich: Die Verfahren müssten endlich den oft wechselnden oder gleichzeitig verfolgten Erwerbsformen in der Kreativwirtschaft gerecht werden, wo das Normalarbeitsverhältnis eher Ausnahme als Regelfall ist.

Antrag zur sozialen Lage der Kreativen

Der nächste Schritt ist ein grüner Antrag zur sozialen Lage der Soloselbstständigen in der Kreativwirtschaft und zur Kulturförderung des Bundes. Die zahlreichen Anregungen der Kreativschaffenden fließen in den Prozess ein. Über diesen Antrag wird am 18. Mai im Bundestag debattiert.

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