KreativwirtschaftFörderung und Absicherung für Kreative

Am Filmset einer deutschen Fernsehsendung.
Wir Grüne im Bundestag konzentrieren uns in unserem Positionspapier „Kreativ und selbstbestimmt: Grüne Impulse zur Soloselbstständigkeit in der Kreativwirtschaft“ auf Reformvorschläge für die Situation von Freiberuflern und Kleinstunternehmen aus der Kreativwirtschaft.

In der sich wandelnden Arbeitswelt erleben Kreative Veränderungen oft als Erste. Flexible und mobile Arbeitsformen in Projekten sind im Kreativbereich seit Langem üblich. Die Kehrseite davon ist, dass viele Kreative von ihrer Arbeit nicht leben können. Trotz hoher Umsätze – im Durchschnitt fast 140.000 Euro je Erwerbstätigem – kommt unter dem Strich bei ihnen zu wenig an.

Reformvorschläge für Freiberufler aus der Kreativwirtschaft

Wir Grüne im Bundestag konzentrieren uns in unserem Positionspapier „Kreativ und selbstbestimmt: Grüne Impulse zur Soloselbstständigkeit in der Kreativwirtschaft“ auf Reformvorschläge für die Situation von Freiberuflern und Kleinstunternehmen aus den elf Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft: Musikmarkt, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, darstellen Künste, Design, Architektur, Pressemarkt, Werbemarkt und Software/Games.

Gründern leichteren Zugang zu Fördergeldern ermöglichen

Wir wollen Gründerinnen und Gründern einen leichteren Zugang zu Fördergeldern ermöglichen. Dazu muss der für die Förderprogramme maßgebliche Innovationsbegriff geöffnet werden, sodass auch nicht-technologische Innovationen eine Chance haben. Die Berufsverbände der Kreativen wollen wir an der Ausgestaltung der Gründungsförderung stärker beteiligen. Für Genossenschaften, Crowdfunding und Modelle der Stiftungsfinanzierung wollen wir bessere Ausgangsbedingungen schaffen.

Mehr Geld für Berufsverbände

Berufsverbände und Interessenvertretungen von Kreativen kümmern sich um Beratung, Weiterbildung, politische Interessenvertretung und Vernetzung – oft ehrenamtlich. Wir wollen erreichen, dass im Rahmen von Projektförderung für solche Arbeit mehr Geld bereitgestellt wird. Wir werden uns auch nach der jüngsten Reform des Urhebervertragsrechts weiter für eine angemessene Vergütung kreativer Arbeit einsetzen. Wir fordern branchenspezifische Mindesthonorare und wollen hier insbesondere öffentliche und öffentlich-rechtliche Auftraggeber in die Pflicht nehmen. Auch digitale Plattformen müssen einen Beitrag leisten, wo sie mit kreativen Leistungen wirtschaftliche Gewinne erzielen.

Arbeitslosenversicherung für Kreative leichter zugänglich machen

Wir wollen die Arbeitslosenversicherung für Kreative leichter zugänglich und attraktiver machen, insbesondere, indem wir die viel zu lange Anwartschaftszeit verkürzen. Wir stehen ohne Wenn und Aber zur Künstlersozialkasse. Für alle, die dort keine Chance haben, wollen wir bezahlbare Mindestbeiträge zur Krankenversicherung. Und vor allem wollen wir die Statusfeststellungsverfahren so verbessern, dass es kein Problem mehr ist, mal angestellt, mal selbstständig, mal künstlerisch-publizistisch, dann wieder gewerblich tätig zu sein. Kreative sind Projektarbeiter – gesetzliche Regelungen müssen zu ihrem Arbeitsalltag passen.

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1 Kommentar
Guter Ansatz!
Fabian Linder 30.03.2017

Wenn das nicht nur leere Phrasen sind wäre das ein guter Ansatz für alle selbständigen Kreativschaffende! Weiter so!

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