PlastikmüllCoastal Cleanup Day: Meere funken SOS

Eine Plastiktuete treibt unter Wasser
Die Tonnen von Plastikmüll, die die Weltmeere belasten, sind mittlerweile weltweit eines der größen Umweltprobleme. Die Grünen im Bundestag haben eine Studie in Auftrag gegeben, die deutlich macht, dass die Herstellung von Plastik/Kunststoffen jährlich mit 780 Millionen Euro vom Staat subventioniert wird, in dem der Rohstoff Rohbenzin nicht besteuert wird.

Am Coastal Cleanup Day findet die jährliche, internationale und einzigartige Aktion der Küstenreinigungen statt. Rund um den Globus werden Freiwillige Strände und Küsten vom Müll befreien – auch in Deutschland. Das Besondere dieses internationalen Küstenreinigungstages ist, dass der Müll nicht nur eingesammelt, sondern, dass auch dokumentiert wird, was an den Stränden aufgesammelt wurde.

Plastikmüll überflutet Küsten: Meer funkt SOS

Schon seit 31 Jahren wird jährlich gesammelt und ausgewertet. Es zeigt sich, es ist immer mehr Müll und Plastik, das an den Küsten und Stränden anlandet. Auf dem ersten Platz sind es Zigarettenkippen, dicht gefolgt von Plastikflaschen. Etwas abgeschlagen folgen Plastikflaschenverschlüsse, Lebensmittelverpackungen und dünne Plastiktüten.

Steuersubvention ist Ursachen für Plastikvermüllung

Gefördert wird dieser Siegeszug des Plastiks durch ein eine falsche finanzielle Steuerung. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Steuerliche Subventionierung von Kunststoffen“, die die grüne Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hat. Die Herstellung von Kunststoffen, die die Umwelt und Meere belasten, wird jährlich mit circa 780 Millionen Euro vom Staat subventioniert, indem der Rohstoff Rohbenzin nicht besteuert wird. Darüber hinaus entstehen erhebliche Kosten, die die Plastikflut durch Treibhausgasemissionen und Vermüllung verursacht. Allein die jährliche Freisetzung von klimaschädlichem CO2 verursacht Kosten in Höhe von mindestens 2,94 Milliarden Euro pro Jahr.

Mit Plastik verseuchte Meere: Ein gefährliches Umweltproblem

Eine Wegwerfmentalität zusammen mit der Gedankenlosigkeit der Industrie machen Plastikmüll im Meer zu einem der weltweit größten Umweltprobleme. Je mehr Plastik produziert wird, desto mehr Plastikmüll gibt es. Niemand kann genau sagen, wie viel Plastikmüll schon im Meer angekommen ist und wie viel jährlich dazu kommt. Die Angaben in wissenschaftlichen Studien schwanken stark. Neueste Studien zeigen, dass fast fünf Prozent der jährlich produzierten Menge an Plastik im Meer landen. 2010 sollen es über 10 Millionen Tonnen gewesen sein. Eine globale Schätzungen geht von der unfassbaren Zahl von 2,25 Trillionen Plastikpartikeln aus, die an der Wasseroberfläche treiben. Doch diese machen nur etwa 15 Prozent der Kunststoffteilchen aus. Weitere 15 Prozent werden an die Küsten gespült und die restlichen 70 Prozent der Partikel sind in der Wassersäule und am Meeresgrund zu finden. Wie lange die Kunststoffe wirklich in der Umwelt verweilen, ist nicht bekannt. Es gibt nur Schätzungen die von mehreren hundert Jahren ausgehen.

Mikroplastik tötet Meerstiere und belastet unsere Nahrung

Der Plastikmüll gelangt durch die Flüsse, über Schiffe und Häfen, durch die Luft, durch die Fischerei ins Meer. Mikroplastik ist ein beliebter Zusatzstoff und wird Kosmetika aber auch Lacken, Schiffsanstrichen und Strahlmitteln beigefügt. Dies ist nicht nur eine Gefahr für viele Meerestiere, die die Plastikteile wie Nahrung aufnehmen und mit vollem Magen verhungern. Auch weiß niemand bisher, welche Auswirkungen die Anreicherung im Nahrungskreislauf hat. Die Kosten für kontaminierte Fänge, Schaden an Schiffen und für Strand- und Küstensäuberungen sind bereits heute schon hoch.

Müllbekämpfung: Jetzt braucht es internationale Abkommen

Um diese gewaltige Umweltverschmutzung aufzuhalten und zurückzudrängen, wollen wir Grüne im Bundestag mehr in Ressourcen- und Umweltschutz investieren. Wir wollen bei Verordnungen umsteuern, Steuern erheben und die Kreislaufwirtschaft fördern. Die bestehenden Lizenzentgelte für Verpackungen sollen ökologisch gestaffelt werden, sodass Abfall reduziert und kreislauffähige Materialien gefördert werden. Wir werden Reinigungskonzepte wie Fishing for Litter, den Einsatz von Recyclingkunststoffen, Mehrweg und andere Alternativen fördern. Ein globales Problem benötigt auch eine globale Bekämpfung. Während die schwarz-rote Bundesregierung es bislang nur in den elitären G7- und G20- Zirkeln belassen hat, setzt sich die grüne Bundestagsfraktion für ein internationales Abkommen zur Bekämpfung von Meeresmüll ein.

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