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MeeresverschmutzungDie Arktis wird zum Endlager für Plastikmüll

Eine Plastiktuete treibt unter Wasser
Neue Studien zeigen das erschreckende Maß der Verschmutzung des einst unberührten Ökosystems in der Arktis. Die Arktis droht zum Endlager für unseren Plastikmüll zu werden. Schuld sind auch Europa und insbesondere Deutschland. EU und Bundesregierung müssen hier endlich handeln.

Neue Studien des Alfred Wegener Instituts zeigen das erschreckende Maß der Verschmutzung des einst unberührten Ökosystems in der Arktis. Die Forscherinnen und Forscher haben zum Teil mehr als 12.000 Mikroplastikteilchen pro Liter Meereis gefunden. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, denn im Polarmeer entsteht aktuell ein sechster Müllstrudel – in bisher ungeahnter Dimension. Die Arktis droht zum Endlager für unseren Plastikmüll zu werden.

Verpackungsmüll aus Europa

Ein Großteil dieser Verschmutzung besteht aus Verpackungsmüll, der auch aus Europa stammt. Produktverpackungen aus Skandinavien, Großbritannien, Russland und auch Deutschland in der Arktis zeigen: Europa muss seine Plastikflut endlich in den Griff bekommen. Doch der Plastikverbrauch nimmt insbesondere in Deutschland unaufhörlich zu. Im Jahr 2015 waren es 37 KG pro Kopf. Das ist weit über dem EU-Durschnitt.

Raus aus der Wegwerfgesellschaft

Die Verschmutzung in der Arktis ist eng verbunden mit dem Lebensstil unserer Wegwerfgesellschaft. 300 Millionen Tonnen Plastik werden jährlich produziert, ein Zehntel davon landet in unseren Weltmeeren und teilweise auch in der Arktis. Es ist absurd, dass Kunststoffe, die einst aufgrund ihrer Langlebigkeit erfunden wurden, heutzutage überwiegend für kurzlebige Wegwerfprodukte genutzt werden: Wattestäbchen, Strohhalme und Coffee-to-go-Becher.

Einige wenige Länder gehen im Kampf gegen die Plastikverschmutzung voran. Sie haben begriffen: Plastik ist eines der Megaprobleme unserer Zeit. In Frankreich und Großbritannien wird ein Verbot von Wegwerfprodukten diskutiert, der Einsatz von Mikroplastik in Kosmetikprodukten wurde in Schweden und Großbritannien verboten. Auch in Deutschland braucht es endlich politische Leitplanken gegen der Wegwerfwahnsinn und den Umstieg in eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Bundesregierung bleibt tatenlos

Während immer mehr Staaten die Zeichen der Zeit erkannt haben, bleibt die Bundesregierung tatenlos. Die Herstellung von Kunststoffen, die Umwelt und Meere belasten, wird jährlich sogar noch mit 780 Millionen Euro subventioniert. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich zu handeln. Die Herstellung von Plastik muss endlich teurer werden, deswegen braucht es ökonomische Anreize für die Reduktion von Plastik in unserer Gesellschaft. Der Vorschlag einer Abgabe oder Steuer auf Plastik kann dazu beitragen diese Lenkungswirkung zu erzielen.

Außerdem fordern wir:

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