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AEMR70 - Panel 2Ausgegrenzt? Arbeitsmigration im Kontext der Menschenrechte


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ArbeitsmigrantInnen sind häufig von Ausbeutung, mangelnder sozialer Sicherheit, menschenunwürdiger Unterkunft, unbezahlten Überstunden, gefälschten Arbeitsverträgen, Betrugsvorfällen und Diskriminierung betroffen. Auch innerhalb der Europäischen Union sind insbesondere niedrig qualifizierte ArbeitnehmerInnen und irreguläre MigrantInnen einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen zu werden.

Schwerpunktbranchen identifizierbar

Während der Diskussion berichtete Petra Wlecklik, Leiterin des Ressorts Migration und Teilhabe in der Vorstandsverwaltung der IG Metall, von unterschiedlichen Vorfällen in den Branchen, in denen das Risiko von Ausbeutung im Arbeits- und Lebenszusammenhang besonders groß ist.

Dazu zählen vor allem Pflege, Gastronomie, Metallindustrie, Bauwirtschaft, Fleisch- und Schlachtindustrie und Erntehilfe. Beratungsstellen, die in unterschiedlichen Sprachen beraten und die Weiterbildung und die Schulung von Betriebsräten sind zwei Maßnahmen, die die IG Metall in den letzten Jahren etabliert hat, um migrantische ArbeiterInnen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen.

Gestrandet ohne Chance auf Umkehr

Gilles Reckinger, europäischer Ethnologe und Autor des Buches „Bittere Orangen. Ein neues Gesicht der Sklaverei in Europa“ berichtete von seinen Begegnungen mit migrantischen ErntehelferInnen, die auf Obstplantagen in Süditalien als Tagelöhner in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen und menschenunwürdiger Unterbringung für geringen Lohn um ihr Überleben kämpfen.

Die MigrantInnen seien in dieser Situation gestrandet und festgesetzt. Für sie würden die Obstplantagen zum „Point of no Return“.

Wie in der von Filiz Polat, MdB und Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik der Grünen Bundestagsfraktion, moderierten Diskussion deutlich wurde, existieren in Deutschland und Europa auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene erhebliche Defizite bei der Einhaltung der Menschenrechte von ArbeitsmigrantInnen.

Die DiskutantInnen waren sich einig, dass es zum Schutz von MigrantInnen vor Ausbeutung und Selbstausbeutung in Arbeitsverhältnissen in moder-nen Einwanderungsgesellschaften politische Maßnahmen braucht, die die gesellschaftspolitische, soziale und rechtliche Komplexität des Themas berücksichtigen.

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