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AEMR70 - Panel 3Menschenrechtsverstöße im Rohstoffabbau


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In der globalisierten Wirtschaft ist es bislang nicht gelungen, einen international gültigen Rechtsrahmen für die Unternehmensverantwortung in globalen Lieferketten und die Haftung für Menschenrechtsverletzungen zu schaffen.

Rechte für Menschen, Regeln für Unternehmen

Welche Folgen sich daraus für Betroffene und Unternehmen ergeben, diskutierte Uwe Kekeritz, entwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, mit Prince Kihangi, kongolesischer Menschenrechtsanwalt, und Ferdinand Geckeler, verantwortlich für Beschaffung und Nachhaltigkeit bei BMW.

Zwischen Tragik und Hoffnung

Uwe Kekeritz gab einen Überblick über die Herausforderungen im Kampf für menschenwürdige und ökologisch nachhaltige Produktionsweisen in internationalen Lieferketten. Er schilderte die tragischen Zustände in Minen, Plantagen und Textilfabriken, betonte aber auch die Erfolge und viel versprechenden Prozesse auf EU- und UN-Ebene.

Ferdinand Geckeler beschrieb wie die BMW Group darauf hinarbeitet, mithilfe eines an die OECD-Leitsätze angelegten sechsstufigen Prozesses Arbeitsbedingungen bei Zulieferern zu verbessern und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. BMW setze dabei auf Transparenz und enge Lieferbeziehungen.

Prince Kihangi berichtete über die fatalen Zustände im kongolesischen Bergbau. Trotz Ressourcenreichtum profitiere der Großteil der Bevölkerung nicht von den Bodenschätzen. Ausbeutung sei weit verbreitet und bewaffnete Gruppen nutzten den Rohstoffabbau als wichtige Einnahmequelle.

Die Folge seien seit Jahrzehnten verheerende Armut, Gewalt und fragile Staatlichkeit. Korruption verhindere eine Verbesserung der Lage. Auch multinationale Unternehmen hielten sich nicht an nationale Gesetze, die Umwelt- und Sozialstandards festschreiben.

Es bleibt langer Weg

Diskutiert wurden mögliche Regulierungsansätze auf nationaler wie internationaler Ebene. Auch Auswirkungen der Digitalisierung und der E-Mobilität auf die Nachfrage nach seltenen Erden sowie Chinas Rolle im internationalen Rohstoffhandel waren Teil der Debatte.

Die Diskussion verdeutlichte die Herausforderungen aus Sicht eines Unternehmens und verdeutlichte die Perspektive der Menschen in den Rohstoff-Abbauländern, für die die Gewinnung der Rohstoffe mit enormen Leid verbunden ist.

Fazit: Auch wenn es von Seiten der Politik und einiger Unternehmen den Willen nach Veränderung gibt, bleibt der Menschenrechtsschutz in globalen Lieferketten eine enorme Herausforderung.

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