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Tag der MenschenrechteMenschenrechtsschützerInnen schützen

Der Tag der Menschenrechte ist auch ein Tag der Preisverleihungen: zwar geht die Verleihung der wohl berühmtesten (Nobel)preise an diesem Tag nicht auf die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948) zurück, sondern auf den Todestag Alfred Nobels (1896). Doch andere Preise beziehen sich auf dieses Datum: so wird jedes Jahr am 10. Dezember der bedeutende Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments verliehen. Diesjährige Preisträgerin ist Malala Yousafzai, eine 16-jährige pakistanische Bloggerin, die sich unter großem persönlichem Einsatz für Bildung für Mädchen einsetzt.

Aber auch kleinere Menschenrechtspreise werden am Tag der Menschenrechte verliehen: so geht der diesjährige Menschenrechtspreis der Stadt Weimar an Benki Piyãko aus Brasilien. Benki Piyãko gehört zum indigenen Volk der Asháninka, das im Tropenwald des Amazonasbeckens lebt. Piyãko setzt sich für ein friedliches Zusammenleben der Asháninka mit ihren nicht-indigenen Nachbarn ein und hat das Ausbildungszentrum Yoreke Ãtame („Wissen des Urwalds“) gegründet, in dem indigenen und nicht-indigenen Jugendlichen nachhaltiges Leben mit und im Regenwald nahegebracht und unterschiedliche ethnische Gruppen Brasiliens zusammengeführt werden. Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Anton Hofreiter, hatte letzte Woche Gelegenheit, sich mit Benki Piyãko persönlich auszutauschen. „Deutsche Fördermittel tragen zur Umweltzerstörung in Brasilien bei“ beklagte Piyãko ihm gegenüber und forderte die Deutschen auf, den Verbleib von Fördermitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kritisch nachzuhalten.

Aufgrund seines Engagements sieht sich Benki Piyãko in Brasilien Morddrohungen ausgesetzt. Der Preis bedeutet für ihn wie auch für Malala und andere Preisträgerinnen und Preisträger also nicht nur Anerkennung, sondern vor allem auch Schutz.

Hintergrund

Der 10. Dezember ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (seltener auch: Deklaration der Menschenrechte oder UN-Menschenrechtscharta), welche am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden ist. Die Menschenrechtserklärung besteht aus 30 Artikeln und ist kein völkerrechtlich verbindliches Dokument. Viele ihrer Aussagen finden sich aber in späteren (verbindlichen) Pakten, wie dem Zivil- oder dem Sozialpakt der Vereinten Nationen von 1966. Andere sind mittlerweile bindendes Gewohnheitsrecht geworden.

Die politische Bedeutung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, vermutlich ist sie die die meistzitierte Menschenrechtserklärung der Welt. Der erste Satz ihrer Präambel benennt die „Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen (als) Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt“. So wird gleich zu Beginn der Erklärung klargestellt, dass Menschenrechte angeboren, unveräußerlich, universell und unteilbar sind. Einige Bestimmungen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind selbst nach 65 Jahren noch uneingelöste Versprechen – auch bei uns in Deutschland. Dazu genügt ein Blick auf Artikel 14 Absatz 1: „Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.“ oder auf Artikel 23 Absatz 2: „Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.“

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