Razan ZaitounehSyrische Menschenrechtsaktivistin verschleppt

Damaskus, Syrien

Schon Mitte Dezember 2013 fehlt nun jede Spur von Razan Zaitouneh (auch: Rasan Seituneh). Die international mehrfach ausgezeichnete syrische Menschenrechtsaktivistin war am 9. Dezember 2013 in der Nähe von Damaskus verschleppt worden. Wer dafür verantwortlich ist, steht noch immer nicht fest. Mit Zaitouneh wurden drei weitere BürgerrechtlerInnen aus dem gemeinsamen Büro zweier syrischer Menschenrechtsorganisationen in Duma, einem Vorort von Damaskus, entführt. Neben Samira al-Chalil (auch: Kahlil) und Nazim al-Hamadi auch Zaitounehs Ehemann Wa´el Hamada (auch: Hamadeh).

Schon vor dem Aufstand gegen Baschar al-Assad hatte die 36-jährige Anwältin politisch Verfolgte in Syrien vertreten. Während des Aufstandes dokumentierte sie sowohl Menschenrechtsverletzungen des Regimes als auch von oppositioneller Seite auf ihrer Homepage. Zaitouneh musste sich versteckt halten, Familienangehörige waren schon früher verschleppt worden. Als Vertreterin des Arabischen Frühlings erhielt sie 2011 den Sacharow Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments, weitere internationale Auszeichnungen folgten. Leider haben diese Auszeichnungen nicht ausgereicht, ihre Freiheit in Syrien zu schützen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verurteilen die Verschleppung der vier BürgerrechtlerInnen aufs Schärfste und fordern ihre sofortige Freilassung.

„Noch ist völlig ungewiss, was aus dem Land wird.“ hatte Zaitouneh im Sommer 2012 in einem Artikel für die Zeit geschrieben. Anderthalb Jahre später trifft dies noch immer zu. Leider ist jetzt auch noch Zaitounehs persönliches Schicksal ungewiss.

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1 Kommentar
Krieg in Syrien
Gertrud Krause 23.12.2013

Der Krieg in Syrien ist ein Zeichen für
den Zerfall der Menschlichkeit.
Das Land wird zerstört, die Menschen ver-
trieben oder gezielt getötet.
Die Weltgemeinschaft ist machtlos.
Die armen Flüchtlinge vegitieren in Lagern
vor sich hin. Um was geht es noch in diesem
Land ausser dem töten?

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