Deutsche SeehäfenAuf dem Weg zu einer ernsthaften Kooperation

Containerschiffe am Contaierterminal Burchardkai im Hamburger Hafen

Eine Zukunft der deutschen Seehäfen gibt es nur, wenn Hafengrenzen endlich überwunden werden. Das haben die grünen Hafen- und Schifffahrtspolitiker aus Bundestag und Ländern im Dezember 2014 in ihrem Positionspapier (externer Link) festgehalten.

Die große Konkurrenzsituation zwischen den norddeutschen Hafenstandorten führt zu ineffizienten (Fehl-)Investitionen. Es wurden bisher Parallelstrukturen errichtet, deren Sinn fraglich ist. Jeder Hafen gab vor, seine eigene Infrastruktur zu benötigen, ohne sich mit anderen Standorten abzustimmen.

Verstärkte Kooperation der Seehäfen

Wir brauchen daher an der deutschen Küste eine effiziente Steuerung der maritimen Infrastruktur-Ausgaben sowie der Hafen-Anbindungen. Das kann nur über eine verstärkte Kooperation erfolgen. In Wilhelmshaven steht ein funktionsfähiger Hafen, der nur darauf wartet, seine bedeutende Funktion wahrzunehmen. Daher sollen Bund und Küstenländer prüfen, inwiefern sich Hamburg zukünftig mit seinen hafenbezogenen Unternehmen an der Entwicklung des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven neben Bremen und Niedersachsen beteiligen kann.

Eine verstärkte Kooperation würde mindestens die Vertiefung der Elbe sowie der Weser überflüssig machen und den einzigen deutschen Tiefwasserstandort Wilhelmshaven deutlich stärken. Dafür wäre die Einrichtung der Dachgesellschaft „Deutsche Bucht“ eine mögliche Form der Zusammenarbeit.

Ökologie und Ökonomie nicht gegeneinander ausspielen

Noch ist das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu den Vertiefungen an Elbe und Weser abzuwarten. Es zeichnet sich aber ab, dass Umwelt- und Naturschutz mindestens gleichwertig neben der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs betrachtet werden müssen. Das ist schon jetzt ein Erfolg, vor allem für kommende Generationen.

Umweltfreundliche Schifffahrt

Die deutschen Häfen sollen dazu beitragen, die Voraussetzungen für umweltfreundlichere Schiffe zu schaffen – etwa durch ein Bonussystem für besonders umweltfreundliche Schiffe im Rahmen der Hafengebühren. Besonders das Setzen von Umweltstandards durch Umweltzertifizierung in den Häfen oder Optimierung der Hafenlogistik sind Beiträge für mehr Nachhaltigkeit im Verkehr.

Auch die Bundesregierung muss alles tun, um attraktive Rahmenbedingungen für die Versorgung mit alternativem Schiffstreibstoff LNG (verflüssigtes Erdgas) in den Häfen zu schaffen, hier besteht noch Nachholbedarf.

Bereits im Februar hatten die Hafen- und Schifffahrtspolitiker ein Positionspapier für eine saubere Schifffahrt verabschiedet (externer Link).

Bundesregierung soll Hafenkonzept erarbeiten

In der Hafenpolitik brauchen wir also langfristig tragfähige Konzepte. Dazu leistet unsere Position einen wichtigen Beitrag. Die Bundesregierung muss jetzt ein echtes Hafenkonzept erstellen, damit auch ernsthafte Hafenkooperation zwischen den deutschen Seehafenstandorten ermöglicht wird.

Die grüne Bundestagsfraktion hat bereits im Dezember 2011 einen Beschluss zu allgemeinen Schifffahrtsthemen gefasst.

Mehr zum Thema Mobilität

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4394130