Interaktive KarteAusstieg aus dem fossilen Verbrennungsmotor

Autos bei Nacht auf einer schneebedeckten Straße. Es sind starke Abgase zu sehen.
Haben fossile Verbrennungsmotoren in Europa noch eine Zukunft? Immer mehr Länder schaffen die Rahmenbedingungen für einen Ausstieg. Welche Pläne die Länder rund um Deutschland konkret haben, zeigt unsere interaktive Karte.

Es wird ernst auf den Automobilmärkten der Welt: Nach Jahren der Prophezeiungen, dass die Zukunft dem Elektroauto und anderen alternativen Antrieben gehört, schaffen immer mehr Länder die Rahmenbedingungen für den Ausstieg aus dem fossilen Verbrennungsmotor. Und das aus guten Gründen: Wenn die Welt die in Paris vereinbarten Klimaziele erreichen will, brauchen wir eine Energiewende im Verkehr.

China, der weltweit größte Absatzmarkt für Automobile, will eine feste Quote für Elektroautos einführen und diese Jahr für Jahr steigern. Und auch in Europa folgen immer mehr Länder dem Vorbild Norwegens. Dazu gehört zum Beispiel auch die Automobilnation Frankreich. Diese Länder legen feste Ausstiegstermine fest. Von diesem Zeitpunkt an dürfen dort keine neuen Pkw mit fossilen Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden. Deutschland ist immer mehr von Ländern umgeben, die auf moderne Mobilität statt auf alte Motoren setzen.

Welche Länder das sind und welche Ausstiegstermine sie festgelegt haben, zeigt unsere interaktive Karte:

Ein Klick auf ein Land zeigt, wann es aussteigen will und welche konkreten Pläne vorliegen. In Deutschland (rot markiert) weigert sich die schwarz-rote Bundesregierung strikt, konkrete Ausstiegspläne auszuarbeiten. Zwar nennt auch Schweden (hellgrün) kein Ausstiegsdatum, dafür überrascht das Land aber in anderer Hinsicht.

Die Politik in Deutschland und die deutsche Automobilwirtschaft stehen damit an einem Scheideweg: Stemmen wir uns weiter gegen den globalen Megatrend und versuchen einen Schutzzaun um Diesel- und Ottomotoren zu ziehen? Oder setzen wir uns mit an die Spitze der globalen Bewegung, damit auch in kommenden Jahrzehnten automobile Spitzentechnik in Deutschland entwickelt und produziert wird.

Für uns Grüne im Bundestag ist klar: Der Abschied vom fossilen Verbrennungsmotor kommt. Es geht nur noch darum, ob unsere Autobauer rechtzeitig die Kurve kriegen. Wer sich weiter auf einen alten Technologievorsprung verlässt, wird an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und auf dem Weg in die Zukunft der Mobilität hinterherfahren. Das Kartell der großen deutschen Automobilhersteller beim Dieselskandal muss große Sorgen bereiten: Nicht nur weil hohe Strafen drohen, sondern vor allem, weil erste Investmentbanken von Aktien deutscher Automobilkonzerne abraten.

Wir Grüne im Bundestag drängen deswegen darauf, schnell eine industriepolitische Strategie einzuschlagen, die Deutschland zum Vorreiter bei der Elektromobilität macht. Sie muss den Ausstieg aus dem fossilen Verbrennungsmotor genauso umfassen wie den Abbau der Dieselsubventionen und eine entschlossene Förderung alternativer Antriebe auf der Basis erneuerbarer Energien.

Grüner Antrag

Emissionsfreier Mobilität zum Durchbruch verhelfen – Mit sauberen Autos Wettbewerbsstärke, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Automobilwirtschaft erhalten (pdf, 28.6.2017)

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