VideodokumentationAusstieg aus dem Verbrennungsmotor

Videodokumentation: Nicola Brüning (BMW), Dr. Kay Lindemann (Verband der Automobilindustrie), Dr. Thomas Almeroth (Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller), Lars Mönch (UBA), Dietmar Oeliger (Naturschutzbund Deutschland), Ingmar Streese (Verbraucherzentrale Bundesverband) und Prof. Dr. Stephan Rammler (Institut für Transportation Design) diskutierten vor gut 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Fragen, wie die deutsche Automobilindustrie die anstehende Verkehrswende angeht und wie sie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sichert.

Das Klimaschutzabkommen von Paris markiert eine Zeitenwende: Bis zum Jahr 2050 müssen wir den Ausstoß von Treibhausgasen massiv verringern, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu verhindern. Was heißt das für den Verkehr, der für ein Fünftel der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich ist? Während die Emissionen in anderen Bereichen rückläufig sind, steigen sie im Verkehr an. Dieser Sektor fährt beim Klimaschutz weit hinterher. Autos sind ein Teil moderner Mobilität, doch nur emissionsfreie Autos werden zukunftsfähig sein.

Wie geht die deutsche Automobilindustrie die anstehende Verkehrswende an, wie sichert sie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit? Fakt ist: Der fossile Verbrennungsmotor hat keine Zukunft. Welchen politischen Rahmen braucht es, um grüne Mobilität auf den Märkten durchzusetzen und wertvolle Industriearbeitsplätze in Deutschland zu erhalten? Wie schnell schaffen wir "Null Emission"?

Diese Fragen diskutierten wir beim Round Table zur Zukunft der Automobilindustrie mit Nicola Brüning (BMW), Dr. Kay Lindemann (Verband der Automobilindustrie), Dr. Thomas Almeroth (Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller), Lars Mönch (UBA), Dietmar Oeliger (Naturschutzbund Deutschland), Ingmar Streese (Verbraucherzentrale Bundesverband), Prof. Dr. Stephan Rammler (Institut für Transportation Design) und 100 weiteren Teilnehmern. Dabei wurde vor allem deutlich: Besteht über das Ziel der Dekarbonisierung bis zum Jahr 2050 und den Ausbau erneuerbarer Energien noch weitgehend Einigkeit, sind konkrete Maßnahmen und eine engagierte Rolle der Politik zum Erreichen dieser Ziele umstritten. So lehnt die Automobilindustrie feste zeitliche Vorgaben für einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ab - und verteidigt nach wie vor den Dieselmotor als klimafreundliche Alternative zum Benziner.

Wir als grüne Bundestagsfraktion werden die Diskussion um die Klimaschutzpolitik und eine Neuausrichtung der Industriepolitik fortsetzen. Feststeht: Die Zukunft braucht emissionsfreie Autos - und sie muss jetzt beginnen. In den letzten Jahren haben Diesel-Pkw ihren Fortschritt in Sachen "Klimafreundlichkeit" immer mehr verloren: Denn auf dem Markt dominieren bei den Neuzulassungen schwere SUV mit hohen PS-Zahlen und entsprechenden Realverbräuchen. Mit der Dieseltechnologie geraten Deutschland und Europa immer stärker auf einen einsamen industriepolitischen Sonderweg. Es ist deswegen an der Zeit, dass die Industrie eigene Vorschläge in die Debatte bringt, wie sie zu einer wirksamen und rechtzeitigen  Verminderung von Treibhausgasen beitragen will. Sicher ist: Mit der alten Automobilpolitik von Union und SPD und der Subventionierung fossiler Kraftstoffe wird Deutschland keine Verkehrswende schaffen. Das haben zunehmend auch Gewerkschaften und Betriebsräte der Automobilkonzerne verstanden, die um die Wettbewerbsfähigkeit und wertvolle Industriearbeitsplätze bangen.

Wie wird sich die Automobilindustrie zur anstehenden Weiterentwicklung der europäischen Flottengrenzwerte verhalten? Wird sie reale Straßenmessungen auch beim CO2-Ausstoß mittragen? Wird sie zustimmen, wenn es um eine klimagerechte Steuergestaltung geht? Im Wording passt sich die Automobilindustrie immer mehr dem Zeitgeist an und redet Elektroautos, mehr Carsharing und sogar fahrradfreundlichen Städten das Wort. Jetzt kommt es aber darauf an, dass sie auch konkretes verkehrspolitisches Handeln unterstützt.

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4 Kommentare
Als Verbraucher fühle ich mich von den Günen veräppelt...
Andreas Deppe 09.11.2016

Ein paar wirklich gute Beiträge waren ja dabei - zum Beispiel der, das ein großes Containerschiff das in den Hamburger Hafen einfährt mit seinen Maschinen mehr Dreck erzeugt als eine auf Elektroautos umgestellte Hamburger Stadt je einsparen könnte. Auch Lars Mönch vom UBA hat die Sache eigendlich sehr treffend auf den Punkt gebracht.
Dumm nur das ganz offensichtlich die falschen Vertreter für diese Diskussion am Tisch saßen.
Leute - merkt ihr es noch? Wir als Bürger sollen die Suppe auslöffeln, die eine politisch geschütze Transportindustrie verbock? Flugzeuge, Schiffe, LKW's alles subventionierte Drechschleudern und ihr diskutiert ernsthaft Darüber was ich für ein Auto fahren soll?

Elektroauto, Verlagerung der Emissionen
Marcel 13.11.2016

Solange wir unser Energieproblem nicht gelöst haben verlagern wir nur die Emisionen an den Standort der Kohlemeiler! Somit wird kein CO2 eingespart!
Bitte schaut euch mal die Umweltbilanz des " Stroms aus der Steckdose" an !

elektroauto - habt ihr alle in Physik ne sechs gehabt ?
Klaus Hoffmann 13.11.2016

Hallo liebe Grüne, es gibt in deutschland 45 Mio zugelassene PKW, jeder fährt im Durchschnitt 14.000 Km im Jahr.
wenn man das auf einen sehr dürftigen E-Antrieb mit 20 KW Dauerleistung (DDR Trabant) umrechnet, benötigt man entweder 33 Atomkraftwerke oder etwa 52 größere Wärmekraftwerke.
Na denn mal ran, das alles durch Solarzellen und Windräder erzeugen.

Die Lösung ist die Brennstoffzelle, der Wasserstoff
Peter Siedler, die-linke KV Kitzingen 14.11.2016

Das Auto welches mit 0 Emmision fährt gibt es schon. Es ist der Mirai, übersetzt Zukunft, von Toyota in 20 Jahren entwickelt und zur Serienreife gebracht. Die 0 Emmision wird durch Herstellung von Wasserstoff mit Wasser und regenerierbarem Strom erreicht. Das Fahrzeug selbst elektrisch angetrieben durch Wasserstoff und Sauerstoff aus der Umwelt, Abgase: Wasser. Zwei Probleme gibt es: Die Deutschen wollen nicht sehen, dass die deutsche Automobilindustrie mindestens 20 Jahre geschlafen hat und dass die Infrastruktur fehlt. Sollen die Japaner auch noch unsere Wasserstoff Tankstellen bezahlen? Die Zukunft gehört dem Wasserstoff, ob als Speicher für Strom, Antrieb für Flugzeuge, Fahrzeuge usw.

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