Klimaverträgliche AutosBenziner? Diesel? – Elektromobilität!

Ladestation für Elektroautos
Kanzlerin Merkel behauptet, für den Klimaschutz seien Dieselautos unverzichtbar. Das ist falsch. Am Ende ist nur eine Elektromobilität betrieben mit erneuerbaren Energien klima- und umweltverträglich. Im Bild: Ladestationen für Elektroautos.

Die Autolobby behauptet gerne, „den Diesel“ bräuchte man für den Klimaschutz. Dieses Argument hat sich jetzt auch Kanzlerin Merkel im TV-Duell und im Bundestag zu eigen gemacht. Das Gegenteil ist der Fall. Die Fachleute vom Umweltbundesamt (UBA) haben ermittelt: Aktuell emittieren die Dieselfahrzeuge, die in Deutschland auf den Markt kommen, mehr als die Benziner. Dazu kommt noch die höhere Jahresfahrleistung von Dieselfahrzeugen gegenüber Benzinern.

Die von uns in Auftrag gegebene Studie des Forums Ökologisch Soziale Marktwirtschaft (FÖS) belegt: Leistungsstärke und Fahrzeuggewicht von Diesel-Neuwagen sind seit Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller Diesel - und Benzin-Neuwagen in der EU liegen nahezu gleich auf. In Deutschland sind Benzin- Neuwagen im Schnitt bereits heute klimafreundlicher.

Nur Elektromobilität ist klimaverträglich

Das UBA verweist auf das Beispiel Niederlande, wo nur knapp 30 Prozent der neu zugelassenen Autos Dieselfahrzeuge sind - in Deutschland waren es im August 2017 knapp 38 Prozent, 2015 noch 48 Prozent. Dennoch seien die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Pkw-Flotte in den Niederlanden um 25 Gramm CO2 pro Kilometer niedriger gewesen. Noch 2004 seien die Durchschnittswerte beider Länder nahezu identisch gewesen. Grund für die unterschiedliche Entwicklung sei die Besteuerung: Die Niederlande haben laut Umweltbundesamt Kauf und Besitz der Autos stark an CO2-Emissionen ausgerichtet, auch die Dienstwagenbesteuerung. Das fordern wir im Bundestag schon seit Jahren.

In den Niederlanden sei daher laut UBA der Anteil der Elektroautos bereits deutlich höher. Im Jahr 2015 lag er im Nachbarland bei 9,7 Prozent, in Deutschland bei 0,7 Prozent. 2016 betrug der Anteil von E- und Hybridautos hierzulande erst 2,0 Prozent.

Das zeigt: Die einzige umwelt- und klimaverträgliche Form des motorisierten Verkehrs ist Elektromobilität. Das geht weit über Elektro-PKW hinaus. Es geht um Fahrzeuge, die mit elektrisch erzeugten Gas- oder Flüssigbrennstoffen oder mit Brennstoffzellen fahren. Dazu gehören:

  • E-Busse
  • Bahnen
  • LKW
  • Schiffe
  • Flugzeuge

Der Strom muss in allen Fällen aus erneuerbaren Energien stammen.

Umweltbilanz von Elektroautos

Neuerdings kursiert auch die Behauptung, Elektroautos wiesen eine schlechtere Umweltbilanz auf als Autos mit Verbrennungsmotoren. Das ist nachweislich falsch! Dies liegt zum einen an den Umweltauswirkungen der Erdölgewinnung und des Erdölverbrauchs. Zum anderen schneiden aber die E-Autos auch in den vorliegenden umfassenden Öko- und Klimabilanzen besser ab als Benzin- oder Dieselverbrenner. Das belegen unter anderem Untersuchungen des österreichischen Umweltbundesamtes und des Swedish Environmental Research Institute. Laut Aussage der Forscher wird selbst beim aufwendigen Tesla S die Klimabilanz in acht Jahren ausgeglichen, beim Nissan Leaf schon nach drei Jahren. Bei dieser Berechnung ist man vom schwedischen Durchschnittsgebrauch des Treibstoffes und 12.000 km Fahrt pro Jahr ausgegangen.

Durch die Verbesserungen im Strommix, Recycling und besseren Akkus wird auch dieser Bilanzvorsprung über die Lebensdauer weiter ausgebaut. Auch stellt die Studie dar, dass der Rohstoffabbau nur eine geringe Rolle bei der Klimagasproduktion spielt.

Zum gleichen Ergebnis kommt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einer großen Studie. Fazit: „So weist die Nutzung elektrifizierter Antriebe im Vergleich zu konventionellen Antrieben bei alleiniger Betrachtung des Treibhauspotentials schon in 2010 einen ökologischen Vorteil auf“. Und dies bereits ohne Betrachtung der zusätzlichen Vorteile bei Stickoxiden und Feinstaub.

Rohstoffe

Klar ist: Durch die Produktion von Elektroautos wird es einen Austausch von Materialien geben. Einige werden vermehrt benötigt, andere kritische Rohstoffe wie Platin und Palladium werden weniger benötigt.

Und was ist mit der schmutzigen Gewinnung der notwendigen seltenen Erden? Im Fall der Elektroautos ist hier Dysprosium relevant. Tatsächlich entsteht jedoch durch die Gewinnung kein zusätzlicher Umweltschaden, da Dysprosium als Nebenprodukt bei der Extraktion von Yttrium gewonnen wird. Außerdem sind der sehr geringe Bedarf und die Wiedereinsatzmöglichkeit ein weiterer großer Vorteil.

Grundsätzlich gilt, dass es bei jeder Rohstoffgewinnung Umweltschäden gibt, auch in Deutschland. Dies gilt aber für alle Rohstoffe, seien es andere Metalle, fossile oder auch natürliche Rohstoffe. Mit der schlimmste Umweltsünder ist die Erdölproduktion. Besonders betroffen ist dabei das Meer.

Deshalb fordern wir Vermeidung und Recycling und setzen uns für ökologische und soziale Verbesserungen bei der Gewinnung von Rohstoffen in Deutschland und in anderen Ländern ein.

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