VW-SkandalDobrindt muss Verbrauchertäuschung beenden

Der Skandal um manipulierte Abgastests bei Volkswagen macht es deutlich: Im Autoverkehr stinkt es nach wie vor gewaltig. Eigentlich sind die Autohersteller seit Jahren verpflichtet, die Emissionen ihrer Fahrzeuge deutlich zu vermindern. Eigentlich hat sich die Bundesregierung zu hohen Klimaschutzzielen bekannt. Aber eigentlich wäre es vor allem naiv, das für bare Münze zu nehmen. Denn seit Jahren gibt es Hinweise, dass die CO2- und Stickstoffemissionen von Pkw deutlich höher liegen, als es die Hersteller ihren Kundinnen und Kunden und der Öffentlichkeit weismachen wollen.

Diesel ist dirty

Während die Bundesregierung noch immer behauptet, Autos würden immer effizienter und verbrauchsärmer, belegen unabhängige Studien das Gegenteil. Genauso verschließt die Bundesregierung die Augen vor der immens hohen Luftbelastungen durch Dieselfahrzeuge. Diese sind kein Spaß: Stickoxide und Rußpartikel machen krank. Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft für Chemie gehen davon aus, dass jährlich 7.000 Menschen in Deutschland den Emissionen des Straßenverkehrs zum Opfer fallen. Dass gerade Dieselfahrzeuge der neuesten Motorengeneration (EURO 6) besonders schädlich sind, ist völlig inakzeptabel.

Dobrindt ahnungslos?

Obwohl dem Bundesverkehrsminister die Manipulationsanfälligkeit durch Abschalteinrichtungen in Fahrzeugen bekannt war und Abweichungen zwischen Labortests und Straßenfahrten zugenommen haben, versucht er, weiter den Ahnungslosen zu spielen. Eigene Erkenntnisse hat die Bundesregierung nie gewinnen wollen. Dass erst die US-amerikanische Umweltbehörde EPA den Betrug bei VW-Modellen mit der angeblich umweltfreundlichen EURO 6 Norm aufgedeckt hat, ist ein Armutszeugnis für die deutschen Prüfbehörden. Bundesverkehrsministerium und der Verband der Automobilindustrie stehen im Verdacht, den Betrug des Weltkonzerns VW gedeckt zu haben.

Gescheiterte Industriepolitik

Industriepolitik à la Union und SPD ist es, nicht zu genau hinzuschauen, im Zweifel gegen ambitionierte Grenzwerte zu stimmen und so den Druck von VW und der deutschen Autoindustrie zu nehmen. Volkswagen meinte, seine Forschungskapazitäten in Betrugssoftware zu lenken statt konsequent in Richtung Elektromobilität zu gehen. Wir Grüne im Bundestag standen und stehen für kontinuierlichen Veränderungsdruck durch ambitionierte Grenzwerte und Preise die ökologische Wahrheit sagen. Das wurde als industriefeindlich verunglimpft. Seit vielen Jahren ist absehbar, dass die Optimierbarkeit von Verbrennungsmotoren an ein Ende gelangen wird.

Wir stehen für den geordneten Weg in die unvermeidliche Richtung Ökonomie und Ökologie zu vereinbaren. Nun kommt der Anpassungsdruck in Form einer Tsunamiwelle. Der Schaden ist da. Auswirkung auf Jobs bei VW und Zulieferern noch ungewiss. Umso wichtiger ist es jetzt durch ein glaubhaftes Bekenntnis und durch sichtbares Handeln Vorreiter einer grünen Industriepolitik zu sein.

Ehrliche Tests und Transparenz für die VerbraucherInnen

Wir Grüne im Bundestag fordern die Bundesregierung auf, Licht ins Dunkel des Abgasskandals zu bringen. Deutschland muss wie die USA Verbrauchs- und Schadstoffangaben unabhängig durch das Kraftfahrtbundesamt nachprüfen lassen und die Öffentlichkeit über die Testergebnisse informieren. Haben auch andere Hersteller eine systematische Verbrauchertäuschung betrieben? Zudem fordern wir von der Bundesregierung, sich in Brüssel für neue Testverfahren für Verbrauchsmessungen einzusetzen – Schlupflöcher für Schummeleien der Autokonzerne darf es dann nicht mehr geben. Wir haben dazu einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht.

Unsere Kleine Anfrage „CO2- und Spritverbrauchsangaben von Pkw“ mit der Antwort der Bundesregierung vom 28. Juli 2015 (PDF)

Oppovision #dieselgate

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11 Kommentare
wissenschaftliche lügen
roland emser 25.09.2015

wenn ihr weiter so lügt schreiben wir bald das jahr 2080 und es ist so ein wetter das wir die gas geschchte endlos verfluchen

Atomwaffen in Büchel
Dr. Gerhard Wiemer 25.09.2015

Sehr verehrte Damen und Herren,
ich vermisse machtvolle Demonstrationen gegen die Stationierung modernster Atomwaffen in Deutschland. Diese sind eindeutig gegen Russland gerichtet. Noch schlimmer finde ich es, dass nun auch deutsche Eurofighter damit bestückt werden. D.h. aber, die Befehlsgewalt liegt bei den Amerikanern. Aber Deutschland wird zerstört.
Enttäuscht von Ihnen Dr. Wiemer

Welche Rolle spielte Peter Mock vom ICCT ?
John 26.09.2015

Denkanstoss für alle Kommentator(inn)en:
Stellen Sie sich bitte auch einmal folgende Fragen :
1)Wieso hat Peter Mock, der Direkter der deutschen ICCT der amerikanischen Umweltbehörde EPA einen Tipp
gegeben ?
2) Wieso mußte General Motors bei ähnlichen Vergehen
nur 10 % der Strafe von VW bezahlen ?

USA greifen mächtige deutsche Industrie an!
Elitekotztmichan...auch grüneTransatlantiker... 27.09.2015

wenn man in Zukunft Milionen Flüchtlinge versorgen will.....sollte man nich die deutsche Schlüsselindustrie torpedieren......in Wirklichkeit wird der Standort Deutschland von einer mächtigen Lobby in den USA angeriffen....

http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/abgas-oragnisation-icct-wer-dahinter-steckt-fotostrecke-130359.html

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Mr-Dax-VW-Skandal-ist-ueberzogen-article16002516.html

VW hat Fehler gemacht.........aber keine Zündschlüssel wie GM eingebaut die die Fahrzeugeleletronik lahm gelegt haben und über 100 Todesfälle verursacht haben!

Nur eine starke Wirtschaft.......wird die Flüchtlinge versorgen können........ansonsten bekommendie Grünen näml

Hallo Schöner Anton
Zuhra Biemann 28.09.2015

Guten Tag Anton Hofreiter und Liebe grüße an dich

Ein paar Fakten zu Abgaswerten und VW-Skandal 2.Teil
Robert Piller 28.09.2015

CO (Kohlenmonoxid - extrem giftig für alle Lebewesen)
Hier sieht es mit den Grenzwerten folgendermaßen aus:
EURO 6c - 1000mg/km
EURO 6 - 500mg/km
LEV-II - ca. 5440mg/km!!
Da, wie bereits erwähnt, NOx in CO2+N umgewandelt wird,ist natürlich beim Benziner auch hier mit einem deutlich höheren Ausstoß zu rechnen (wird für alle Normen überhaupt nicht berücksichtigt)

Ein paar Fakten zu Abgaswerten und VW-Skandal 1.Teil
Robert Piller 28.09.2015

Sehr geehrter Herr Hofreiter und B90/Grüne-Fraktion,
Es ist schon bedenklich, auf wie vielen Halbwahrheiten ihre Behauptungen fußen. Haben Sie wirklich niemand technisch Versierten in Ihren Reihen?
Hier ein paar Fakten zu den Abgasgrenzwerten EURO 6c (Ottomotoren), EURO 6 (Diesel) und LEV-II-CARB (besonders strenge Californische US-Norm):
NOx (ausschließlich darum geht es beim VW-Skandal)
EURO 6c - 60mg/km
EURO 6 - 80mg/km
LEV-II - ca. 30mg/km
Klingt sauber, ist es aber nicht wirklich, wie Sie im 2. Teil sehen können, denn ein geringerer NOx-Ausstoß bedingt einen höheren CO und CO2-Ausstoß, damit der 3-Wege-Kat ordentlich arbeitet

Ein paar Fakten zu Abgaswerten und VW-Skandal 3.Teil
Robert Piller 28.09.2015

Noch absurder wird die Sache, wenn man die Grenzwerte für LKW, Busse, etc. ab 3,5t betrachtet (hier wird übrigens nicht in mg/km, sondern in mg/kWh gerechnet). Deshalb habe ich einen mittelgroßen LKW mit 3kWh/km als Vergleichswert und die EURO VI Norm verwendet:
NOx - 1200mg/km!!
CO - 12000mg/km!!
Ich könnte Ihnen noch mehr solche Vergleiche liefern, allerdings sollte Ihnen langsam bewusst werden, wie absurd diese Abgasgrenzwerte eigentlich sind.Zu sagen ein Diesel sei schmutziger als ein Benziner zeugt von absoluter Unwissenheit, zumal der Durchschnittsverbrauch eines Diesel-PKW deutlich geringer als der eines Benziners ist, schon wegen der Drehzahlen. MfG, Robert Piller

Noch etwas zur Elektromobilität
Robert Piller 28.09.2015

Nur noch kurz eine Anmerkung zur von Ihnen so hoch gepriesenen Elektromobilität.
Ist Ihnen eigentlich bewußt, dass der Strom nicht einfach nur aus der Steckdose kommt?
Würden nun Millionen von Elektromotoren in Fahrzeugen zusätzlich Strom verbrauchen, müssten alleine hierfür wahrscheinlich hunderte neuer Kraftwerke gebaut werden müssen, denn diesen zusätzlichen Bedarf alleine mit erneuerbaren und sauberen Energiegewinnungsmethoden zu decken wird auf lange Sicht eine Utopie bleiben...

Getäuscht
Otto 07.10.2015

Kannst mal sehen, und das nun von den Experten der Verbraucher- äh Wählertäuschung.

Dies ist keine Demokratie.

Alles was ihr erzählt ist völlig Banane.

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