E-Auto LadenetzSchließen Sie die Lücken, Herr Dobrindt!

Ein CETOS-Elektroauto (basierend auf einem Opel Corsa) des Projekts e-SolCar steht an einer Ladesäule an der Ausleih- und Ladestation am Bahnhof Welzow.
Mit seinem Förderaufruf hat es Verkehrsminister Dobrindt nicht geschafft, einen flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur anzustoßen. Wie viele Ladesäulen für Elektroautos mit Bundesmitteln in jedem Bundesland entstehen, zeigt unsere interaktive Karte.

Ein gut ausgebautes Netz von Ladesäulen für Elektroautos ist eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität. Die grüne Bundestagsfraktion wollte von der Bundesregierung wissen, für wie viele Schnell- und Normalladepunkte Zuwendungen beantragt wurden und wie sich diese aus Bundesmittel geförderten Einrichtungen über die Bundesländer verteilen. Nun liegt die Antwort der Bundesregierung vor. Wohlgemerkt: Es geht hier nur um die Ladesäulen, die der Bund fördert, nicht um diejenigen, die in den Ländern schon aus Eigeninitiative entstehen oder bereits entstanden sind. Da sind einige Länder schon wesentlich weiter, Baden-Württemberg etwa geht auch bei den Ausbauzielen voran und will bis 2021 dafür sorgen, dass im Umkreis von zehn Kilometern stets eine Ladesäule erreichbar ist.

Während in den Niederlanden schon ein dichtes Ladenetz für Elektroautos aufgebaut wurde, fördert die Bundesregierung Ladesäulen erst seit Frühjahr 2017. Und das macht sie mehr schlecht als recht, denn vom Förderaufruf profitieren nur wenige Bundesländer, wie unsere Karte mit den bereits bewilligten Zuschüssen zeigt. Sachsen geht beispielsweise faktisch leer aus, während in Bayern und NRW hunderte oder gar tausende Lademöglichkeiten aufgebaut werden.

Das zeigt: Mit seinem ersten Förderaufruf hat es Verkehrsminister Dobrindt nicht geschafft, einen flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur anzustoßen. Die Daten der Bundesregierung zeigen auch: Die alten Energieriesen erweisen sich als Subventionsjäger, während Kommunen nur jeden dritten Ladepunkt errichten. Überhaupt werden fast 70 Prozent der bereits bewilligten Lademöglichkeiten von nur zehn Investoren errichtet. Außerdem fließen mehr als sechs Millionen Euro in die bayerische Heimat von Verkehrsminister Dobrindt.

In künftigen Förderaufrufen muss die Bundesregierung sicherstellen, dass ein flächendeckendes Ladenetz errichtet wird und dass kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen bessere Chancen bekommen, sich zu beteiligen. Dazu brauchen wir attraktive Fördersätze in Abhängigkeit vom Standort und weniger bürokratische Hürden, sodass mehr Anträge in allen Bundesländern gestellt werden.

Die Antwort der Bundesregierung im Wortlaut

Wie viele Ladesäulen für Elektroautos in jedem Bundesland mit Bundesmitteln gefördert werden, zeigt unsere interaktive Karte.

Mehr zum Thema Mobilität

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4404352