VerkehrswendeExperten fordern emissionsfreie Mobilität

Eine Autobahn bei Nacht. In der Langzeitbelichtung sieht man die verwischten Lichter der Autos.
Regierungsberater legen Maßnahmenplan für die Verkehrswende vor. Im Verkehrssektor ist ein unverzügliches und konsequentes Umsteuern erforderlich, wenn es gelingen soll, die Klimaschutzziele von Paris einzuhalten, sagt der Sachverständigenrat für Umweltfragen.

Unmissverständlicher kann ein Gutachten nicht sein: Im Verkehrssektor ist ein unverzügliches und konsequentes Umsteuern erforderlich, wenn es gelingen soll, die Klimaschutzziele von Paris einzuhalten und eine umfassende Dekarbonisierung zu erreichen. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), einem wissenschaftlichen Beratergremium der Bundesregierung, bestätigt in einem Sondergutachten in zahlreichen Punkten die Positionen und Forderungen der grünen Bundestagsfraktion. Eine innovative und nachhaltige Verkehrspolitik ist nicht nur ein umwelt- und klimapolitisches Gebot, sondern auch eine zentrale Bedingung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Nicht zuletzt macht auch der SRU deutlich, dass eine Verkehrswende die Chance birgt, die vielfältigen Belastungen des Verkehrs wie Abgase, Lärm und Flächenverbrauch deutlich zu mindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Mobilitätswende zu Schiene, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr

Wie die Umweltexperten wollen wir Grüne im Bundestag Verkehr stärker auf Schiene, ÖPNV, Rad- sowie Fußverkehr verlagern und dadurch die Emission von Treibhausgasen und den Energieverbrauch verringern. Gerade in Bereich des Umweltverbundes (Verbund umweltverträglicher Verkehrsmittel: Busse und Bahnen des öffentlichen Verkehrs sowie Fahrräder und Fußgänger) gibt es erhebliche Potentiale, mithilfe der Digitalisierung die Kombination unterschiedlicher Mobilitätsangebote zu erleichtern. Wir Grüne im Bundestag drängen darauf, dass die Nutzung von Bahn, ÖPNV und Carsharing in einem System zu integrieren und deutschlandweit einen Mobilpass einzuführen. Die Bundesregierung wird in den nächsten Jahren vor allem gefordert sein, die bisherige Praxis des Infrastrukturausbaus aufzugeben und klug zu investieren. Statt des straßenlastigen Bundesverkehrswegeplans muss sie eine integrierte Mobilitätsplanung verfolgen.

Absatzquote für Elektrofahrzeuge

Der SRU stellt weiter fest, dass nur eine technologische Transformation bei den Antrieben und ein Umstieg auf erneuerbare Energien zielführend sind. Er spricht sich dafür aus, alle Verkehrsmittel auf elektrische Antriebe umzustellen, bei denen eine direkte Elektrifizierung technisch umsetzbar und wirtschaftlich darstellbar ist. Mitte der 2030er-Jahre müsse die Umstellung bei den Neuzulassungen abgeschlossen sein. Um die Transformation auf den Weg zu bringen, muss die Bundesregierung das Steuersystem ökologisch ausrichten und etwa die Dieselprivilegierung beenden. Um Planungs- und Investitionssicherheit zu schaffen, empfiehlt der SRU eine dynamische Absatzquote für elektrische Antriebe und ein Bonus-Malus-System im Rahmen der Kfz-Steuer.

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