Fraktionsbeschluss RadverkehrFür eine aktive Radverkehrspolitik

Das Fahrrad bewegt. Immer mehr Menschen fahren Rad in der Freizeit wie im Alltag. Mit Elektrorädern werden immer größere Distanzen zurückgelegt und neue Zielgruppen erreicht. Radverkehr erhöht die Lebensqualität. Weltweit orientieren sich Städte an Vorbildern wie Kopenhagen oder Amsterdam, die dem Radverkehr seit Jahrzehnten Vorfahrt geben. Immer öfter werden Lastenräder eingesetzt, um Kinder, den Wocheneinkauf oder Bestellungen zu transportieren.

Das Fahrrad bewegt – und deswegen muss sich auch die Verkehrspolitik bewegen:

  • Das Fahrrad garantiert umweltfreundliche Mobilität, ist emissionsfrei und leise. Radverkehr ist ein Baustein für das Erreichen unser Klimaziele.
  • Wo Fahrräder sicher und zügig unterwegs sind, vermindern sie Verkehrsdichte und Stau.
  • Das Fahrrad verbessert die Anbindung an den öffentlichen Verkehr, wenn gute Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und Haltestellen bestehen – auch in ländlichen Regionen.
  • Radfahren fördert die Gesundheit und senkt Kosten im Gesundheitssystem
  • Das Fahrrad ist ein günstiges Verkehrsmittel, der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur erfordert geringe öffentliche Finanzmittel.

Wir Grüne im Bundestag stehen für eine Verkehrspolitik, die die positive Entwicklung des Radverkehrs aufgreift, statt sie sich selbst zu überlassen. Bislang schöpft Deutschland die Potenziale des Fahrrads für klimafreundliche Mobilität bei weitem nicht aus. Das wollen wir ändern. Radfahren muss für alle leichter, bequemer und sicherer werden – vom Kindergartenkind bis zur Generation „Siebzig plus“. Dafür muss auch der Bund stärker als bisher Verantwortung übernehmen. Wir Grüne im Bundestag fordern die Bundesregierung auf, Radwege an Bundesstraßen auszubauen, die Errichtung von Radschnellwegen zu unterstützen und das Straßenverkehrsrecht an die Zunahme des Radverkehrs anzupassen. Wir wollen die Verbreitung von E-Lastenrädern stärken und die Kombination von Fahrrad und öffentlichem Verkehr verbessern.

Näheres finden Sie in unserem Fraktionsbeschluss „Hochschalten statt ausbremsen – Für eine aktive Radverkehrspolitik“.

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6 Kommentare
Auch auf dem Land Rad aktiv.
Regina Hälsig 29.09.2016

Es sind nicht nur die Großstädte die ein Potential für Radmobilität haben. Mittel-, Kleinstädte und das Land dürfen nicht vergessen werden. Gerade hier läst die Infrastruktur zu wünschen übrig. Radschnellwege in gutem Zustand einen Anreiz geben. Die frage der gefühlten Sicherheit ( zu schnelle Autos auf Kreis-, land-, und Bundesstraßen)spielt hier eine große Rolle.
Beachtet den Ländlichen Raum. Die Leute sind vielleicht konservativer, haben eine große bereitschaft zum Radfahren.
Studien zeigen, je älter die menschen sind, desto mehr fahren sie Rad .

Mölln
Regina Hälsig 29.09.2016

Schön wäre es, wenn diese Initiative auf Schleswig- Holstein überschwappt und es wirklich Gelder für Radschnellwege und asphaltierte Velorouten ( nicht nur in Kiel) geben würde.

Und die Radwegbenutzungspflicht???
Roger Eichler 04.10.2016

In einer vorherigen Druckschrift der Grünen im Bundestag ("Damit es gut läuft! - Gehen und Radfahren im Zentrum der Mobilitätspolitik" ) heißt es noch (S.20): "Um ihre Sicherheit zu erhöhen, soll auch die Radwegebenutzungspflicht abgeschafft werden".
Davon ist in dem aktuellen Fraktionsbeschluss unter der Überschrift "Straßenverkehrsrecht modernisieren" leider nicht (mehr?) die Rede.
Die Grünen haben aber am 23. 09 einen BuRatsbeschluss zur Änderung der StVO mitgetragen, nachdem die RWBP außerorts zukünftig die Regel sein soll und v. d. Behörden nicht weiter begründet werden muss.
Wtf! Haben sich die Grünen von der Forderung nach Abschaffung der RWBP heimlich verabschiedet? Fatal!

konflikt radfahrer fussgaenger modernisierung strassenverkehr
Georg Doerry 05.10.2016

Ich bin für die Förderung zügigen Radfahrens.
Gerade in Städten mit guten Strukturen, wie Münster, erlebt man aber auch, dass Fussgänger oder auch langsamere Radfahrer vernachlässigt werden.
Ich finde es richtig, Radfahrer näher an die Straßen und in Abstand von den Fußgängern zu bringen. Fahrrad-Schnellwege müssen also Straßen mit separaten Fußwegen sein.
Sofern Radfahrer sich in Fußgängerbereichen bewegen, müssen sie Fußgängern Vorrang gewähren. Wenn beide der Beschilderung nach gleichberechtigt sind, ist sportlichen Radfahren ebenfalls ausgeschlossen, vielmehr muss sich ein Radfahrer ebenso bremsbereit bewegen, wie ein KFZ-Fahrer in einer verkehrsberuhigten Zone.

Winsen / Luhe - Radwegebau wie in den 50er Jahren!
Bock, Olga 25.10.2016

Hilfe! Wir brauchen hier unbedingt fachlichen Rat!!!
Winsen hat in der Schublade einen Radverkehrsentwicklungsplan liegen, der nicht beachtet wird. Bei der Neugestaltung des Innenstadtrings hat man die Vorgaben des Planers nicht berücksichtig. Zwar gab mir die Kommunalaufsicht des Kreises recht, wollte sich aber wegen des Sparsamkeitsgebots nicht einmischen. Der erste Bauabschnitt wurde dann noch schlechter gebaut, als erwartet. Daraufhin habe ich im Verkehrs-Ministerium Hannover nachgefragt. Hier wurden meine Bedenken geteilt, die Stadt musste sich dem Sicherheitsaudit beugen. Der von mir geforderte Baustopp wurde nicht beachtet. Inzwischen ist der 2. Bauabschnitt fertig - gefährlich!!!

Antwort an Roger Eichler
Redaktion 09.11.2016

Dass die Anforderung, ein erhöhtes Unfallpotenzial nachzuweisen, entfällt, um innerhalb geschlossener Ortschaften Radfahrstreifen auf der Fahrbahn angelegen zu können, ist zweifellos ein Fortschritt. Es wird künftig deutlich einfacher, durchgängige Radstrecken zu schaffen und damit objektive und subjektive Radverkehrssicherheit zu erhöhen.
Aber: In der Tat wurde mit dieser Änderung der Straßenverkehrsordnung auch der Wegfall der „besonderen örtlichen Gefahrenlage“ für die Benutzungspflicht außerörtlicher Radwege beschlossen. Das sehen wir sehr kritisch. Wir wollen nicht, dass Radfahrer auf wenig attraktive und baulich vernachlässigte Radwege verbannt werden. Sollte dies zunehmen, werden wir

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