LandesverratGrüne Bundestagsfraktion nominiert netzpolitik.org für Medienpreis des Bundestages

Markus Beckedahl und Andre Meister von netzpolitik.org schauen gemeinsam auf einen PC-Bildschirm

Markus Beckedahl und André Meister haben in den letzten Jahren, gemeinsam mit einem engagierten Team von netzpolitik.org, nicht nur selbst immer wieder parlamentarische Debatten angestoßen und maßgeblich mitgeprägt, zum Beispiel als Sachverständige in Anhörungen und Fachgesprächen der Fachausschüsse des Deutschen Bundestags oder über die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“. Zudem haben sie durch ihre journalistische Tätigkeit die Arbeit des Parlaments und seiner Gremien fortwährend intensiv begleitet und auf diesem Weg maßgeblich zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis und demokratischer Strukturen und Prozesse in Deutschland beigetragen.

Das würdigen Katrin Göring-Eckardt (Fraktionsvorsitzende), Tabea Rössner (medienpolitische Sprecherin) und Konstantin von Notz (netzpolitischer Sprecher und Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss) in ihrem gemeinsamen Nominierungsschreiben (PDF), in dem auf die wertvollen Verdienste der beiden Journalisten bei der Begleitung der Arbeit des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses verwiesen wird.

Netzpolitik.org schließt journalistische Lücke

Mit ihrer nahezu täglichen Berichterstattung auf netzpolitik.org über vor allem innen-, sicherheits-, und digitalpolitische Debatten im Deutschen Bundestag erreichen Beckedahl und Meister regelmäßig ein Publikum, das sich ohne diese journalistische Tätigkeit absehbar weniger über parlamentarische Vorgänge informieren würde. Beckedahl und Meister sowie das gesamte Team von netzpolitik.org schließen durch ihre Berichterstattung, die oftmals in Form einer Live-Berichterstattung aus laufenden Plenardebatten, Anhörungen der Fachausschüsse des Bundestages etc. erfolgt, zweifellos eine journalistische Lücke und sorgen auf diesem Weg für Transparenz parlamentarischer Vorgänge, die der Deutsche Bundestag nicht immer und in diesem Maße eigenständig leisten kann.

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Berichterstattung der bereits mehrfach ausgezeichneten Journalisten (u.a. Grimme Online Award 2014, Ort Deutschland 2015) aus dem 1. Untersuchungsausschuss der 18. Wahlperiode, dessen Auftrag es ist, den von Edward Snowden und einer Handvoll engagierter Journalistinnen und Journalisten aufgedeckten internationalen Überwachungs- und Geheimdienstskandal und die Rolle verschiedener Geheimdienste hierin, u.a. des Bundesnachrichtendienstes und des Bundesamts für Verfassungsschutz, parlamentarisch aufzuklären.

Transparenz durch Liveberichterstattung aus Untersuchungsausschuss

Netzpolitik.org begleitet die juristisch und technisch höchst komplexe Arbeit des Ausschusses seit Beginn an und stellt durch ein während jeder öffentlichen Sitzung geschriebenes Liveblog eine Transparenz der Ausschuss-Arbeit sicher, die nicht nur zweifellos zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beiträgt, sondern mittlerweile zu einer unentbehrlichen Unterstützung hinsichtlich der Arbeit des Parlaments geworden ist. So verweisen immer wieder vor den Ausschuss geladene Zeugen, aber auch Abgeordnete aller Fraktionen und andere Journalisten auf die Möglichkeit, sich auf Sitzungen vorzubereiten oder diese nachzuvollziehen.

Insgesamt erschöpft sich die Berichterstattung von netzpolitik.org jedoch nicht darin, Transparenz über parlamentarische Vorgänge herzustellen, vielmehr tragen die Journalistinnen und Journalisten immer wieder dazu bei, dass sich die Leserschaft mit wichtigen Fragen des Parlamentarismus auseinandersetzt, zum Beispiel zur Entstehung von Gesetzesentwürfen und zur Gesetzgebung. Auch wird beispielsweise immer wieder kritisch hinterfragt, inwieweit das Parlament und seine Gremien ihrer Kontrollfunktion gegenüber den Diensten überhaupt gerecht werden kann.

Große Solidarität nach absurden Landesverrat-Vorwürfen

Die intensive öffentliche Diskussion über die Zugänglichmachung eingestufter Informationen aus dem Geheimdienstbereich und der hiermit zwischenzeitlich einhergehende Vorwurf des Landesverrats haben verdeutlicht, dass die journalistische Tätigkeit von netzpolitik.org im Zentrum aktueller Debatten über Funktion und Weiterentwicklung des Journalismus, der Pressefreiheit und der Bedeutung der „vierten Gewalt“ steht. Im Zuge der öffentlichen Diskussion wurden wir Zeuge einer enormen öffentlichen Solidarisierung und zahlreicher Erklärungen von Kolleginnen und Kollegen, die auf die wichtige Arbeit der Journalisten hinwiesen.

Seit 1993 vergibt der Deutsche Bundestag einen Medienpreis Politik. Dieser würdigt hervorragende publizistische Arbeiten, die zu „einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beitragen und zur Beschäftigung mit den Fragen des Parlamentarismus anregen“. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird vom Präsidenten des Deutschen Bundestages verliehen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Fachjury aus sieben renommierten Journalisten. 

Informationen zum Medienpreis Politik.

Mehr zum Thema Netzpolitik

1 Kommentar
Paranoide Wichtigtuer
EBM 06.09.2015

Ich bin seit 28 Jahren in der IT und erst durch das Kaltstellen den obersten Anklägers der Republik auf diese Beiden aufmerksam geworden. Soviel Unsinn, Unwissenheit und Paranoia auf einem Haufen habe ich noch nie gelesen.
Da werden die Möglichkeiten deutscher Sicherheitsbehörden stark überschätzt und die Fiktion aus irgendwelchen US-Filmen als Realität verkauft.
Das Einzigste was mir hier wirklich Sorge bereitet ist, dass hier politischer Druck vor allem von Rot und Grün auf eine eigentlich unabhängige Justiz ausgeübt wurde. In jedem IT-Betrieb würde man nach dem "Datenleck" suchen.

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4396449