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11Mär

Konferenz

Atomausstieg weltweit – utopisch oder logisch?

Inhalt

Darum geht's

Am 11. März 2011 kam es infolge einer tragischen Naturkatastrophe zu einer der schwersten zivilisatorisch bedingten Katastrophen der letzten Jahrzehnte. Auf eine verheerende Flutwelle, die über 15 000 Menschen das Leben kostete, folgte die Atomkatastrophe von Fukushima, die mehr als 100 000 Menschen zwang, ihr Heim zu verlassen und zu großflächigen Kontaminationen von Böden, Wäldern und Gewässern führte. Die Atomkatastrophe von Fukushima wurde zur Zäsur der Atomkraftnutzung. Vor den Augen der Welt wurde das Restrisiko zur Realität und das Unfassbare offensichtlich: Selbst ein Hochtechnologieland wie Japan war mit der atomaren Notlage hoffnungslos überfordert und konnte die fortschreitenden Kernschmelzen nicht verhindern.

Am 30. Juni 2011 hat Deutschland fraktionsübergreifend den Ausstieg aus der unbeherrschbaren Risikotechnologie Atomkraft beschlossen. Das weltweite atomare Karussell dreht sich nach wie vor kräftig weiter.

Direkt an deutschen Grenzen stehen alte und marode Atomkraftwerke. Mehrere der grenznahen AKWs sind in einem miserablen Zustand. Im lothringischen AKW Cattenom herrschen zahlreiche Mängel: Es ist nur ungenügend gegen Überflutung und Erdbeben geschützt. Im elsässischen Fessenheim steht nicht nur das älteste Atomkraftwerk Frankreichs, sondern auch ein besonders störanfälliges. Das Pannen-AKW liegt einen Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und auch hier: unzureichender Schutz gegen Erdbeben oder Überschwemmungen. In einem ausgewiesenen Erdbebengebiet ist diese Risikotechnologie eine tickende Zeitbombe. In den belgischen Atomkraftwerken Doel-3 und Tihange-2 zahlreiche Risse im Grundmaterial der geschmiedeten Reaktordruckbehälter (RDB) festgestellt. Dabei birgt der Betrieb dieser unsicheren AKWs nicht nur für die Menschen in den jeweiligen Ländern unbeherrschbare Risiken, sondern auch für uns in Deutschland. Denn die radioaktive Wolke macht an den Grenzen nicht halt!

Zahlreiche Länder investieren derzeit in den Einstieg bzw. den Ausbau in die Atomkraft. Polen möchte einen Teil seines Energiebedarfs ab dem Jahr 2033 mit Atomstrom decken und China will bis zum Jahr 2020 insgesamt 343 Milliarden in den Ausbau von „sauberer Energie“ investieren. Dazu zählt für das Land neben Wind, Wasser und Sonne auch die Atomkraft.

Ausstiegsland Deutschland – isolieren wir uns selbst oder ist das Land noch immer ein Wegweiser für andere Länder? Wohin steuert die EU? Welchen Reformbedarf gibt es beim Euratom-Vertrag? Was für Probleme verursachen Atomkraftwerke im Langzeitbetrieb? Welcher Energie gehört die Zukunft und welche Rolle wird die Atomkraft dabei noch spielen?

Anlässlich des Fukushima-Jahrestages wollen wir diese Fragen in international besetzten Panels mit Vertreterinnen und Vertretern von Regierungen, Atomaufsichten und der Zivilgesellschaft und mit Ihnen diskutieren.

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Programm

Programm                                         in english (pdf)

11.00Einlass und Anmeldung
12.00

Begrüßung

Dr. Anton Hofreiter MdB
Fraktionsvorsitzender
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

12.05

Einführung

Sylvia Kotting-Uhl MdB
Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

12.15

Panel 1: Ausstiegsland Deutschland

Vortrag: "Perspektiven des Atomausstiegs"

Rita Schwarzelühr-Sutter MdB
Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

12.30

Diskussion: "Ausstiegsland Deutschland - Selbstisolation oder Wegweiser?"

Andreas Molin
Abteilungsleiter Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus Österreich Abteilung Allgemeine Koordination von Nuklearangelegenheiten

Anne Laszlo
Gewerkschaft AKW Fessenheim

Moderation: Julia Verlinden MdB
Sprecherin für Energiepolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

13.15Imbiss
13.45

Panel 2: Wohin steuert die EU?

Streitgespräch: "Klimaschutz mit Atomkraft?"

Dr Bartłomiej Wróblewski LLM
Mitglied des polnischen Parlaments
Vizepräsident der polnischen Regierungspartei PiS Poznań

Rebecca Harms MdEP
Mitglied im Industrieausschuss des Europäischen Parlaments (ITRE)

Moderation: Sylvia Kotting-Uhl MdB

Vortrag: „Strategie der EU an ihren Rändern - Beispiel Ukraine“

Iryna Holovko
CEE Bankwatch Ukraine, Kiew

14.45

Diskussion: "AKW im Langzeitbetrieb"

Ursula Heinen-Esser
Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Christoph Pistner
Bereichsleiter Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Öko-Institut e.V. Darmstadt

Yves Desbazeille
Director General European Atomic Forum (Foratom)

Moderation: Sylvia Kotting-Uhl MdB

15.30

Diskussion: "Euratom - Vertrag für eine gute Zukunft?"

Dörte Fouquet
Rechtsanwältin/Partner
Kanzlei Becker Büttner Held

Patricia Lorenz
Friends of the Earth Europe

Moderation: Sylvia Kotting-Uhl MdB

16.15Kaffeepause
16.45

Panel 3: Welcher Energie gehört die Zukunft?

Vortrag: "Atomkraft im Energiemix der Zukunft?"

Hubert Weiger
Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Vortrag: "Und was macht China?"

YIN Jun
Gesandter-Botschaftsrat
Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland

17.15

Diskussion: "Strahlen oder Lachen - welcher Energieversorgung gehört die Zukunft?"

Franz Untersteller
Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg

Heinz Smital
Greenpeace e.V.

Valérie Faudon
Generaldirektorin SFEN (Société française de l’énergie nucléaire)

Moderation: Oliver Krischer MdB
stv. Fraktionsvorsitzender
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18.00

Schlusswort

Sylvia Kotting-Uhl MdB

18.10Ausklang im Foyer
19.00Ende der Veranstaltung

Anreise

Um zum Marie-Elisabeth-Lüders-Haus zu gelangen, fahren Sie mit der Tram, U- oder S-Bahn bis zur Haltestelle "Friedrichstraße" oder per S-Bahn oder Bus 100 bis zur Haltestelle "Brandenburger Tor". Vom Hauptbahnhof sind es zirka 10 Minuten Fußweg, alternativ nutzen Sie von dort die Buslinie TXL bis "Marschallbrücke" oder die U 55 bis Station „Bundestag“.