Vereinbarte Debatte

40 Jahre „Nord-Süd-Bericht“ – Mit Entwicklungspolitik Zukunft gestalten

Am 12.Februar 1980 legte Willy Brandt als Vorsitzender der Nord-Süd Kommission der Vereinten Nationen dem UN Generalsekretär den „Brandt-Bericht“ vor und der bot eine neue Perspektive: die Idee der „Einen Welt“. Für seine Kommission konnte Willy Brandt 18 renommierte Politiker und Experten gewinnen – zehn von ihnen, bewusst über die Hälfte, stammten aus Entwicklungsländern. Damals herrschte Stillstand bei den Verhandlungen zwischen den industrialisierten Nationen und den „unterentwickelten“ Ländern der Welt, die in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch ganz wesentlich vom Ost-West-Konflikt geprägt waren. Schon lange hatte Willy Brandt die Voraussetzungen für einen wahren globalen Frieden erkannt – einen Frieden nicht nur zwischen den Staaten, sondern auch innerhalb der Gesellschaften, der nur auf der Grundlage erträglicher und würdevoller Lebensbedingungen für alle Menschen beruhen konnte. Vor allem die Regierungen der industrialisierten Länder wollte Brandt davon überzeugen, dass die Zeit zum Handeln gekommen sei und dass die globalen Probleme – da von Menschenhand geschaffen – auch von Menschen gelöst werden konnten. Tiefgreifende Veränderungen in den internationalen, insb. den weltwirtschaftlichen Beziehungen, seien dazu notwendig – und die zu bewältigende Aufgabe sei alles andere als hoffnungslos.
Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Kommission sind bis heute wegweisend, der Bericht wird in einem Atemzug mit den Grenzen des Wachstums des Club of Rome genannt. Die Erkenntnisse werden aber von den Regierungen, auch der Aktuellen, leider nicht so wie von der Kommission bereits damals visionär gefordert umgesetzt. Dies machen die mangelhafte Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsziele durch die wenig ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sowie der Reformstau bei der Umsetzung einer sozial-ökologischen Transformation ganz deutlich.