80. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion

Vereinbarte Debatte

80. Jahrestag Überfall Deutschland auf die Sowjetunion

Am 9. Juni befasst sich der Bundestag im Rahmen einer von den Fraktionen gemeinsam vereinbarten Debatte mit dem Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf die Sowjetunion, der sich am 22. Juni 2021 zum 80. Mal jährt. Mit dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 wurde unvorstellbare Grausamkeit zur Wirklichkeit. Der Feldzug war kein "Präventivkrieg" sondern ein rassenideologischer Vernichtungs- und Eroberungskrieg. Er hatte explizit die Vertreibung, Versklavung und Dezimierung der Zivilbevölkerung im östlichen Europa zum Ziel. Millionen sowjetischer Jüdinnen und Juden wurden ermordet. Aber auch Millionen nicht-jüdische Zivilistinnen und Zivilisten, Sinti und Roma, kommunistischer Funktionäre sowie Angehörige der Roten Armee, die nicht als Kriegsgefangene behandelt wurden, fielen der Rassen- und Vernichtungsideologie der Nazis zum Opfer.
In Deutschland ist heute immer noch viel zu wenig über diese Verbrechen und ihre Schauplätze im heutigen Russland, der Ukraine, in Belarus oder den Baltischen Staaten bekannt. Deshalb treten wir für mehr Gedenken und unter anderem die Errichtung eines Erinnerungs- und Dokumentationszentrums in Berlin ein, das sich den Opfern des Vernichtungskriegs widmet. Wir wollen blinde Flecken beseitigen und ein breiteres, aktives historisches Bewusstsein zum Ausgangspunkt für Versöhnung und zum Brückenbauen machen. Wir fordern mehr Austausch und Begegnung mit den Menschen in Osteuropa. Versuchen, die Verbrechen der Nazis zu relativieren, Geschichte erneut zum Trennenden zu machen oder für tagespolitische Anliegen zu instrumentalisieren, erteilen wir eine klare Absage.