Bericht Untersuchungsausschuss „Wirecard“

Bericht des 3. Untersuchungsausschusses („Wirecard“)

Die Wirecard AG war bereits seit 2006 in illegale Aktivitäten rund um Geldwäsche verstrickt und ging ab 2013 dazu über, Gewinne direkt zu fälschen. Die Wirtschaftsprüfer prüften schlicht nicht ausreichend, ließen sich immer wieder mit Ausreden hinhalten, aber bestätigten trotzdem die Jahresabschlüsse. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fiel besonders dadurch auf, dass sie auf von Wirecard gestrickte Verschwörungstheorien hereinfiel. Schon 2016 schrieb die BaFin ans Bundesfinanzministerium (BMF), dass „britische und israelische“ Spekulanten es auf Wirecard abgesehen hätten und man wegen ihres „kulturellen Hintergrunds“ davon ausgehen müsse, dass es sich dabei um „Insiderring“ handele.
Im Februar 2019 stellte sich die BaFin dann noch vehementer hinter Wirecard, nachdem der britische Journalist Dan McCrum kriminelle Aktivitäten Wirecards offenlegte. Wirecard behauptete daraufhin, britische und amerikanische Medien würden Wirecard erpressen und drohten, weiter negative Artikel über das Unternehmen zu veröffentlichen und mit Spekulanten auf fallende Kurse zu setzen. Die BaFin fiel auf die Verschwörungstheorie herein, verbat Spekulation auf fallende Kurse und stellte Strafanzeige gegen McCrum.
Die politische Konsequenz aus Wirecard muss sein, dass ein Kulturwandel in der Exekutive vollzogen wird – und zwar dringend. Es muss klar sein, dass Geldwäsche kein Kavaliersdelikt ist. Schließlich braucht es in der Finanzaufsicht dringend Schulungen zu kulturellen Vorbehalten.