Ernährung und Landwirtschaft

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Landwirtschaft und Ernährung zukunftsfähig machen

Der von der Landwirtschaftsministerin vorgelegte Agrarbericht zeigt, dass das „Wachse oder Weiche“-Prinzip in der Landwirtschaft brutal weitergeht. Allein von 2010 bis 2016 mussten 23.700 von 251.000 landwirtschaftlichen Betrieben geschlossen werden. Das ist fast jeder Zehnte. Gleichzeitig haben sich Landwirtschaft und Klima-, Tier-, Umwelt und Naturschutz in vielen Bereichen auseinander entwickeln. Falsche politische Rahmenbedingungen haben die Landwirtschaft an den Rand gedrängt und sie zu immer weitergehender Rationalisierung und Massenproduktion gezwungen.
An einer echten Agrar- und Ernährungswende kommen wir nicht vorbei. Eine solche Transformation kann aber nur gelingen, wenn die Agrarpolitik den Bäuerinnen und Bauern dabei unter die Arme greift. Dazu muss die Bundesregierung der Branche endlich eine klare Vorstellung zu geben, wie eine nachhaltige Landwirtschaft im Jahr 2030 oder 2040 aussehen soll – und gleichzeitig Konzepte zu liefern, wie die Bäuerinnen und Bauern auf dem Weg dorthin unterstützt werden sollen.
Dazu gehören für uns klare Vorgaben und eine effektive Förderung für die Tierhaltung der Zukunft, eine Pestizid-Reduktionsstrategie mit Beratung und Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern, der flächendeckende Ausbau einer gesunden und regionale Gemeinschaftsverpflegung und ein Umbau der gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP), um sie grüner und gerechter zu machen.
Zudem fordern wir die Bundesregierung auf, die Position der Bäuerinnen und Bauern gegenüber Handel und Verarbeitung deutlich zu stärken.
Nur so können Bäuerinnen und Bauern zu Partnern im Bereich Tierschutz, Klimaschutz und Naturschutz werden.