Friedens- und Konfliktforschung

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ein Kompass in unruhigen Zeiten – Friedensforschung als Grundlage der Politik stärken

Wir brauchen beste Bedingungen für das Forschungsfeld der Friedens- und Konfliktforschung. Denn das Forschungsfeld leistet einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis und zur Lösung gewaltsamer Konflikte, zur Gewaltprävention und der Wahrung des Friedens. Insbesondere die Politik der Bundesregierung profitiert international, aber auch im Inneren, von den Ergebnissen dieser Forschung und sollte sie deswegen verstärkt fördern.
In Zeiten, in denen multilaterale Zusammenarbeit infrage gestellt wird, regionale Konflikte zu Dauerkrisen werden und die globalen Rüstungsausgaben steigen, muss auch forschungspolitisch gehandelt werden. Im Juni 2019 hat der Wissenschaftsrat (WR) eine Empfehlung zur Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung veröffentlicht. Zwar ist der Forschungszweig an vielen Punkten gut aufgestellt, aber es gibt noch wichtige Handlungsbedarfe. Wir Grüne im Bundestag fordern, die Profilierung des Forschungsfeldes weitervoranzubringen und beispielsweise Kooperationen mit Institutionen im In- und Ausland und anderen Forschungsfeldern zu stärken. Dafür sollte das Stiftungskapital der Deutschen Stiftung Friedensforschung, deren Ziel die Förderung von Forschungsinnovation, Netzwerkbildung und Praxistransfer in der Friedens- und Konfliktforschung ist, mittelfristig auf mindestens 50 Millionen Euro erhöht werden.
Es muss zum Selbstverständnis Europas als Friedensmacht gehören, nicht einseitig in die Erforschung und Entwicklung von Verteidigungstechnik zu investieren, sondern ebenso die Friedens- und Konfliktforschung für ein nachhaltiges Verstehen und friedliches Bearbeiten gewaltsamer Auseinandersetzungen zu stärken.