Grünes Band

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNE

30 Jahre Grünes Band

In der Folge von Hitlerfaschismus und Zweitem Weltkrieg wurden quer durch Europa und Deutschland Grenzen gezogen. Ab 1952 entstand entlang der innerdeutschen Grenze ein Grenzregime, das in den folgenden Jahrzehnten zu einem unüberwindlichen Todesstreifen ausgebaut wurde. Hier zeigte das DDR-Unrechtsregime seine wahrscheinlich schlimmste Seite. Zu den Opfern gehörten hunderte Menschen, die erschossen oder durch Mienen und Selbstschussanlagen getötet wurden.
Für die Natur bedeuten diese Orte heute paradoxerweise häufig Schutz – Schutz vor Zerschneidung ihrer Lebensräume, vor Flächenversieglung und vor intensiver Landwirtschaft. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die mit so viel menschlichem Leid verbunden war, hat sich über 40 Jahre von der Ostsee über Elbe und Harz bis zu den Mittelgebirgen Nordbayerns ein über neun Bundesländer und 1393 Kilometer langes Grünes Band wertvoller Biotope entwickelt, denn hier bekam die Natur eine Atempause und erhielt Schutz vor menschlichen Eingriffen.
Die Bundesregierung ist aufgefordert, gemeinsam mit den Bundesländern 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution das gesamte Grüne Band in Deutschland als Nationales Naturmonument auszuweisen, um die wertvolle Natur am Grünen Band zu sichern und um der nationalen Bedeutung als Erinnerungs- und Gedenkort gerecht zu werden. Es ist weiterhin unser Ziel den nationalen und europäischen Biotopverbund voranzubringen, ein umfassendes Gedenkkonzept zu entwickeln und den nachhaltigen Tourismus zu unterstützten.

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