Unterrichtung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

12. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration - Deutschland kann Integration: Potenziale fördern, Integration fordern, Zusammenhalt stärken

Jede vierte Person in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Seit 2016 ist der Wanderungssaldo rückläufig. 53 Prozent der Eingewanderten kam 2018 aus einem EU-Mitgliedsstaat. Die Zahl der Asylanträge sinkt hingegen weiter deutlich: 185.853 (2018), 141.889 (2019, Januar bis Ende Oktober).
Die Arbeitsmarkt- und Bildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund hat sich seit 2016 gut entwickelt. Jede zweite neue Arbeitsstelle besetzten inzwischen Personen mit Migrationshintergrund, auch Geflüchtete finden rascher als früher Arbeit.
Ein Schwerpunkt des Berichts sind die - teils tödlichen - Angriffe auf EinwanderInnen ihre Familien und alle, die von den Tätern als nicht zugehörig betrachtet werden.
Wir Grüne im Bundestag kritisieren, dass die Bundesregierung die gewonnen Erkenntnisse zur Integration seit Jahren nicht umsetzt. Der entscheidende Schritt für Zugewanderte ist ein sicherer Aufenthaltstitel. Zu viele Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus werden aber mit Arbeitsverboten konfrontiert und von Integrationsangeboten ausgeschlossen. Statt den Zugang dazu zu vereinfachen, werden seit Jahren Hürden aufgebaut. Wir wollen, dass Integrations- und Sprachkurse für alle zugänglich sind.
Auch das Thema Partizipation von Menschen mit Migrationsbiografie und deren gesellschaftliche Teilhabe ist immer noch ein Randthema. Von einer gelebten Einwanderungsgesellschaft, in der für alle eine aktive, sichtbare und gerechte Teilhabe möglich ist, sind wir noch weit entfernt. Das wollen wir ändern.

Mehr zum Thema