Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD

Kinder weltweit schützen – ausbeuterische Kinderarbeit verhindern

Kinderarbeit und Ausbeutung müssen auf internationaler Ebene weiter engagiert bekämpft werden. In den vergangenen Jahren gab es einige Fortschritte beim Einsatz gegen Kinderarbeit. In Afrika wird in den letzten Jahren jedoch leider ein Anstieg verzeichnet.
Nach aktuellen Schätzungen der ILO müssen 152 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, vor allem in Ländern des globalen Südens. 73 Millionen davon arbeiten unter ausbeuterischen, oft gesundheitsschädlichen und gefährlichen Bedingungen. In Afrika ist der Anteil von Kindern, die arbeiten müssen, am höchsten. Dort muss jedes fünfte Kind arbeiten. Jedes zehnte Kind in Afrika ist zudem von den schlimmsten Formen der Kinderarbeit betroffen. Allein im Kakaosektor in Ghana und der Elfenbeinküste arbeiten geschätzt mehr als zwei Millionen Kinder. Kinder schuften auch in Minen für Erze, die in unseren Handys und Autos benötigt werden oder in Steinbrüchen, deren Steine auf unseren Gräbern stehen.
Zum besseren Schutz von Kindern vor ausbeuterischer Kinderarbeit braucht es gesetzlich verbindliche Regeln für die globale Lieferkette, zum Beispiel ehrgeizige Standards für die Kennzeichnung von Produkten. Nur so kann Kinderarbeit bei der Herstellung unserer Konsumgüter unterbunden werden. Aber auch auf nationaler Ebene gibt es blinde Flecken: So müssen die Rechte von Kindern endlich ins Grundgesetz aufgenommen werden.
Ausbeuterischer Kinderarbeit kann am besten durch gesetzliche Maßnahmen begegnet werden. Die Bundesregierung hätte längst ein verbindliches Lieferkettengesetz einführen können. Stattdessen belassen es die Koalitionsfraktionen wieder bei halbherzigen Appellen. Deshalb lehnen wir den Antrag der Koalitionsfraktionen ab.