Ökologische Digitalisierung

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Digitalisierung ökologisch gestalten

Für einen ökologischen Ordnungsrahmen der Digitalisierung brauchen wir eine verbindliche IT-Ökodesign-Richtlinie, die z.B. Autoplay als Standardeinstellung bei Videoplattformen unterbindet und ein Recht auf Reparatur für digitale Endgeräte schafft. Effizientere Kühlsysteme für Rechenzentren, 100 Prozent Erneuerbare Energien und eine konsequente Abwärmenutzung als Vorgabe sind weitere Bausteine für eine konsequente Green-IT-Strategie.
Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren die ökologische Dimension der Digitalisierung weitgehend ignoriert - entsprechend müssen die Umsetzungsstrategie Digitalisierung, die KI-Strategie sowie auch die Blockchain-Strategie mit Blick auf die Klima- und Nachhaltigkeitsziele dringend überarbeitet werden.
Wenn wir nicht gegensteuern, droht die Digitalisierung zum Brandbeschleuniger der Klimakrise zu werden. So gehen manche Schätzungen davon aus, dass ohne Gegenmaßnahmen der Anteil der Digitalisierung am globalen Stromverbrauch im Jahr 2030 bis zu 50 Prozent betragen könnte.
Gleichzeitig sind die ökologischen Potenziale digitaler Anwendungen enorm: Mehr Ressourcenschonung in der industriellen Produktion, smarte Energienetze, autonom fahrende Kleinbusse, intelligente Haustechnik. Diese positiven Effekte werden wir aber nur realisieren, wenn wir die Digitalisierung konsequent an Nachhaltigkeit und Gemeinwohl ausrichten.