Schulen in benachteiligten sozialen Lagen

Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Nationaler Bildungsbericht 2018 – Zeit für einen bildungspolitischen Aufbruch

Mit einem umfassenden Aufholprogramm für Schulen in benachteiligten Stadtteilen wollen wir Brennpunktschulen zu Leuchttürmen der Bildungsgerechtigkeit machen. Die Initiative der schwarz-roten Koalition greift viel zu kurz. Wo kräftige Investitionen nötig sind, reichen warme Worte und die wissenschaftliche Begleitung von Länderprogrammen nicht aus. Die Bundesregierung aber versteckt sich weiter hinter den Ländern. Natürlich ist es gut, wenn Ministerin Karliczek die begleitende Bildungsforschung an Schulen in sozial schwierigen Lagen fördern will. Noch besser und dringend notwendig wäre, dass sie benachteiligte SchülerInnen und überarbeitete Lehrkräfte auch handfest unterstützt. Denn klar ist: Gerechte Bildungschancen wachsen nicht auf dem brüchigem Beton in die Jahre gekommener Schulgebäude. Gerade Schulen in sozialen Problemlagen brauchen ein modernes und positives Lernumfeld, beste Ausstattung und motiviertes Personal. Wer aus Brennpunktschulen Leuchttürme machen will, muss Turnhallen und Bibliotheken bauen, Spielplätze und Mensen errichten, kräftig in Schulentwicklung und nicht zuletzt die Fortbildung von Lehrkräften investieren und ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen einstellen. Nach der letzten Grundgesetzänderung für den Digitalpakt könnte der Bund über ein richtiges Förderprogramm seinen guten Anteil daran leisten, dass zukünftig nicht mehr die Postleitzahl über die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen entscheidet. Umso unverständlicher ist es, dass der Bundesbildungsministerin dazu offenbar der Gestaltungswille fehlt.

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