Pressemitteilung 30.10.2006

Allianz der Vernunft gegen den Machbarkeitswahn der Agro-Gentechnik

Anlässlich der Forderungen von CSU-Generalsekretär Markus Söder, ein Moratorium bezüglich des kommerziellen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen zu verhängen, erklärt Ulrike Höfken, verbraucherpolitische Sprecherin:

Die Zeit ist reif für ein "Anhalten" der Agro-industriellen Entwicklungen in der Gentechnik. Wir begrüßen daher, dass CSU-Generalsekretär Markus Söder und die CSU sich einem Moratorium bezüglich der kommerziellen Nutzung der Agro-Gentechnik anschließen. Auch der stellvertretender Fraktionsvorsitzende der SPD Ulrich Kelber hatte einen ähnlichen Vorschlag in der Bundestags-Debatte unterstützt. Die Bayrische Staatsregierung hatte bereits im Juli geäußert, dass es Landwirten in Bayern nicht zu empfehlen sei, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen, weil die Risiken wesentlich größer als bisher angenommen sind.

Wir hatten einen Antrag (Moratorium für Gentechnik in der Landwirtschaft, Drucksache 16/1909) eingebracht, den die große Koalition im Juli allerdings abgelehnt hatte. In der vergangenen Woche haben wir zwei Gutachten vorgelegt, in denen die ökologischen Risiken des bislang einzigen Anbaus eines kommerziellen Produktes (MON810) dargelegt werden. Auch die weltweite Verbreitung kontaminierten Gen-Reises zeigt, dass die Risiken und die Handhabung der Technologie ganz offensichtlich von der Gentechnik-Industrie nicht beherrscht werden.

Wir sind bereit, gemeinsam die rechtlichen Möglichkeiten auszuloten, um die Freiräume im geltenden EU-Recht auszuschöpfen. Andere EU-Staaten wie Polen, Ungarn, Österreich, Italien und Griechenland haben gezeigt, dass nationale Verbote realistisch umgesetzt werden können.

Wir bieten an, uns an einer Allianz im Sinne der Verbraucher und der Umwelt konstruktiv zu beteiligen.

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