Pressemitteilung 06.09.2012

Alphabetisierung: Grundrecht auf Bildung durchsetzen

Zum Welttag der Alphabetisierung und der UNESCO-Kritik an mangelnden Anstrengungen gegen Analphabetismus erklärt Kai Gehring, Sprecher für Bildungspolitik:

Das Ausmaß des Analphabetismus ist international erschreckend – ebenso wie in Deutschland. Hierzulande können rund 7,5 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter den Sinn eines einfachen Textes nicht verstehen. Ihre sozialen, beruflichen, ökonomischen und kulturellen Teilhabechancen sind dadurch massiv eingeschränkt und werden angesichts immer höherer Anforderungen im Arbeitsleben weiter sinken.

Kein Jugendlicher darf die Schule ohne ausreichende schriftsprachliche Kompetenzen und ohne solide Grundbildung verlassen. Das ist nicht nur eine volkswirtschaftliche Konsequenz aus dem demografischen Wandel, sondern vor allem die Umsetzung fundamentaler Rechte auf Bildung und Teilhabe. Eine frühzeitige Sprachbildung, individuelle Förderung von Anfang an bis hin zum Ausbau der Jugend- und Schulsozialarbeit sind daher unverzichtbar.

Der nationale Pakt für Alphabetisierung kommt kaum voran. Er muss endlich ambitionierte Zeitpläne und eine adäquate Mittelausstattung erhalten. Wir brauchen einen deutlichen Ausbau der Alphabetisierungskurse, verbunden mit besserer Qualitätssicherung und Zielgruppenorientierung. Notwendig sind Aufklärungskampagnen, denn das Leben der Betroffenen ist häufig geprägt von Scham, Vertuschung und Ignoranz der Gesellschaft. Die Bundesregierung muss darüber hinaus die Förderung der Weiterbildung gerade für Menschen mit niedrigem Einkommen verbessern.

 

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