Pressemitteilung 31.01.2013

Erfahrungen der Dopingbekämpfung in den USA nutzen

Nach den Ausführungen von Travis Tygart, Geschäftsführer der US-Anti-Doping-Agentur (USADA), im Sportausschuss erklärt Viola von Cramon, Sprecherin für Sportpolitik:

Die Ausführungen von Travis Tygart im Sportausschuss waren wichtig und hilfreich, um Strategien und Instrumente der Dopingbekämpfung in den USA zu verdeutlichen. In den USA ist es der USADA 2003 gelungen, den Dopingring rund um das kalifornische Dopinglabor BALCO aufzudecken. Das zielgerichtete und konsequente Vorgehen seit 2010 gegen Radsportler Lance Armstrong und gegen das Team US Postal haben die Dopingbekämpfung gestärkt. Als politische Konsequenz fordern wir: Deutschland braucht einen 3-Punkte-Sofortplan für eine verbesserte Dopingbekämpfung.

1. Doping als Sportbetrug ahnden.

Die Dopingbekämpfung in Deutschland benötigt eine verbesserte gesetzliche Grundlage. Dafür sehen wir die Verankerung eines Straftatbestandes Sportbetrug als wegweisend an. Dieser Straftatbestand, der den Erfordernissen des modernen und kommerziellen Sports gerecht werden wür de, darf nicht im Arzneimittelgesetz (AMG) verankert sein. Ein eigenständiges Anti-Doping-Gesetz wäre dafür der richtige Weg. Deutschland darf in der Gesetzgebung nicht länger hinter Staaten wie Italien, Frankreich und Österreich zurückbleiben.

2. Finanzierung der Dopingbekämpfung langfristig sichern.

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) ist unterfinanziert. Wir haben vorgeschlagen, künftig 5 Prozent der Spitzensportförderung für Verbände und Stützpunkte für die Finanzierung der Dopingbekämpfung bereit zu stellen.

3. Dopingvergangenheit aufarbeiten – Dopingprävention verbessern.

Weder das Forschungsprojekt zum „Doping in Deutschland seit 1950“ noch die Untersuchungskommission der Freiburger Universität zur Aufklärung der Dopingpraxis an der Abteilung Sportmedizin haben bisher einen Abschlussbericht vorgelegt. Wir fordern die beiden Auftraggeber, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) und die Freiburger Universität, auf, den Forschungsgruppen und der Kommission maximale Unterstützung zu gewähren, damit endlich Klarheit in die Dopingvergangenheit von Sport und staatlichen Institutionen kommt.

Die überfälligen Abschlussberichte müssen neben dem historischen Erkenntnisgewinn auch einen Schub für die Dopingprävention bringen. Auch für Präventionsprojekte müssen mehr Gelder bereit gestellt werden, damit es eine umfassende Aufklärung über die Gefahren des Dopings gibt und Konzepte für ein konsequentes „Nein zum Doping“ umgesetzt werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

 

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